Mittwoch, April 19, 2006

Der Nürnberger UPS Betriebsratsvorsitzende und die Neonazis von der „Anti-Antifa“ — Netzwerk IT

Der Betriebsratsvorsitzende der Nürnberger UPS Niederlassung, Tobias Dede, nutzt rechtsextremistische Websites, um Gewerkschafter und Betriebsratskollegen zu diffamieren. Mit einem Flugblatt, das die ver.di Betriebsgruppe diskreditieren soll, wandte er sich Anfang März 2006, direkt vor der Betriebsratswahl, an die Belegschaft. Schikanen und Hetze gegen Gewerkschafter sind bei UPS Deutschland weder neu noch außergewöhnlich. Neu in diesem Fall ist allerdings, dass der Betriebsratsvorsitzende sich der Agitation und der Inhalte einer rechtsextremistischen Website bedient und offen Nazi-Websites als Informationsquelle empfiehlt. (...) Bei UPS Nürnberg verstieg sich der dortige Betriebsratsvorsitzende Tobias Dede unmittelbar vor der Betriebsratswahl Anfang März 2006 dazu, die Inhalte rechtsextremistischer Internetseiten für seine eigene Agitation gegen die Gewerkschafter im Betrieb zu nutzen. Er verteilte im Betrieb eine achtseitige Schrift mit dem Titel „Das wahre wahre Päckchen“. Bereits im letzten Betriebsratswahlkampf 2004 hatte Dede eine gleichnamige Broschüre herausgegeben (Der Name der Publikation bezieht sich auf die Zeitung der ver.di-Betriebsgruppe, „Das wahre Päckchen“), in der er gegen Gewerkschaft und Gewerkschafter polemisierte. Beide Veröffentlichungen dienen offenbar dem Zweck, durch Andeutungen, Unterstellungen und falsche Behauptungen gewerkschaftliche Kollegen (auch anderer UPS-Niederlassungen) zu verleumden und zu diffamieren sowie die ver.di Betriebsgruppe bzw. die ver.di Betriebsratsliste bei der Belegschaft in Mißkredit zu bringen. Für seine jetzige Schrift vom März 2006 bediente sich UPS Supervisor Tobias Dede vor allem eines Artikels, den die rechtsextreme „Anti-Antifa Nürnberg“ über zwei UPS Betriebsräte der ver.di-Liste und andere Gewerkschafter ins Internet gestellt hatten.

Donnerstag, April 06, 2006

derStandard.at: Deutschland: 720 verdächtige Flüge in fünf Jahren

Deutschland: 720 verdächtige Flüge in fünf Jahren Der Verdacht auf Existenz geheimer Gefängnisse für Terrorverdächtige in Osteuropa werde durch Untersuchungen der Menschenrechts- und Gefangenenhilfe-Organistion amnesty international (ai) erhärtet, "doch eine Mauer des Schweigens verhindert endgültige Gewissheit", schreibt am Mittwoch die "Süddeutsche Zeitung". Vieles decke sich mit den Erkenntnissen der europäischen Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol. Diese zählte in einem Bericht für den Schweizer Parlamentarier und Europarats-Beauftragten Dick Marty allein für Deutschland zwischen 2001 und 2006 rund 720 verdächtige Flüge auf.

Neonazi-Aufmarsch: NPD muss sich neuen Veranstaltungsort suchen | Bayern heute | BR

Aufatmen im Rathaus von Eslarn: Eine für den 17. Juni in der oberpfälzischen Ortschaft geplante NPD-Kundgebung fällt möglicherweise aus. Der Mietvertrag für das Veranstaltungsgelände wurde gekündigt. Bürgermeister Gäbl hofft nun, 'dass der Kelch an uns vorübergeht.' Eigentlich hatte die NPD ein 300 Quadratmeter großes Bierzelt in Eslarn aufbauen wollen, nach dem "Sommerfest" am früheren Tag der Deutschen Einheit war eine Kundgebung auf dem Marktplatz geplant. Der Mietvertrag über das Veranstaltungsgelände wurde jedoch inzwischen von einem örtlichen Unternehmer gekündigt. Alles sei abgeblasen, hieß es. Auch die Kundgebung werde demzufolge nicht stattfinden.

taz 5.4.06 Früherer Neonazi hospitiert im Bundestag

Früherer Neonazi hospitiert im Bundestag Von der NPD-Jugendorganisation ins Parlament: Ein ehemaliger JN-Bundessprecher aus Bottrop macht ein Praktikum beim SPD-Bundestagsabgeordneten Dieter Grasedieck. Der hält seinen Mitarbeiter für einen Aussteiger Beschwerde gegen VGH-Urteil eingelegt / "Bündnis gegen Rechts" will auf jeden Fall durch die Stadt ziehen Die Rechtsradikalen gehen bis zur letzten Instanz, um am Samstag doch in der Stadt demonstrieren zu können. Gestern haben sie beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (VGH) eingelegt. Der hatte den Neonazi-Aufmarsch unter dem Motto "Schafft Meinungsfreiheit - Freiheit für Zündel, Rudolf, Verbeke und Irving" verboten und folgte damit auch der Einschätzung der Stadt Mannheim. Die Gründe: bei der Demo sei eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit sowie der Straftatbestand der Volksverhetzung zu befürchten. Jetzt müssen die Karlsruher Richter kurzfristig entscheiden.

heute.de - Owomoyela stoppt NPD-Kampagne

Nationalspieler erwirkt einstweilige Verfügung Nationalspieler Patrick Owomoyela von Werder Bremen und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) haben ein Strafverfahren gegen die Nationaldemokratische Partei Deutschlands NPD eingeleitet. Hintergrund ist die Hetzkampagne der Partei gegen den Sohn einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters. Den Extremisten ist es fortan verboten, die Titelseite ihres so genannten "WM-Planers" mit der Rückenansicht eines Fußballers im Nationaltrikot mit Owomoyelas Nummer 25 in Verbindung mit einer fremdenfeindlichen Parole zu verbreiten. Bei Zuwiderhandlungen droht der NPD ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Volksverhetzung Die Richter schlossen sich der Begründung von Owomoyelas Anwalt an, dass die Titelseite des Heftchens den Profi von Werder Bremen in rassistischer Art und Weise diffamiere. Der Antrag wurde weiterhin damit begründet, dass die beanstandete Parole den Tatbestand der Volksverhetzung und Beleidigung erfülle.

Rundfunk Berlin-Brandenburg | Nachrichten - Gericht verhandelt über Einstufung der Republikaner als Extremisten

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg prüft, ob die Republikaner zu Recht als rechtsextremistische Partei eingestuft wurden und ob sie mit nachrichtendienstlichen Mitteln beobachtet werden darf. Fast acht Jahre nach dem Urteil der ersten Instanz findet am Donnerstag eine Berufungsverhandlung statt. Das Verwaltungsgericht Berlin hatte 1998 die Aufnahme der Republikaner in den Berliner Verfassungsschutzbericht des Jahres 1997 für rechtswidrig erklärt. Es gebe keine greifbaren Anhaltspunkte, dass die Republikaner das Ziel verfolgten, Grundwerte der Verfassung abzuschaffen, hieß es zur Begründung. Dagegen war das Land damals in die Berufung gegangen.

Stuttgart: Mehr Gewalt- und Straftaten im Land - Nachrichten | SWR.de

Auch im vergangenen Jahr hat die Zahl der rechtsextremistischen Straf- und Gewalttaten weiter zugenommen. Dies geht aus dem Verfassungsschutzbericht hervor, den Innenminister Heribert Rech (CDU) in Stuttgart vorgestellt hat. Zudem werden die Täter in der Szene immer jünger. Während im Jahr 2004 noch 857 rechtsextremistische Delikte gezählt wurden, waren es im vergangenen Jahr 1.071. Die Zahl rechtsextremistisch motivierter Gewalttaten stieg von 67 Fällen auf 71. Insgesamt stieg die Zahl der Neonazis im Land dem Bericht zufolge auf 310 (2004: 300) und die der Skinheads auf 1.040 (2004: 960). Diese Verschiebung deute auf einen Verjüngungsprozess der rechtsextremistischen Szene hin, sagte Rech.

Über Rechtsextremismus innerhalb der Bundeswehr Auskunft geben

Verteidigung/Kleine Anfragen Nach rechtsextremistischen Vorfällen in der Bundeswehr fragt die Linksfraktion. In einer Kleinen Anfrage (16/1081) weisen die Abgeordneten darauf hin, es gelte, die strukturellen Ursachen solcher Vorfälle zu erkennen und zu bekämpfen. Die spezifische Anziehungskraft, die hierarchische, auf Gewalt spezialisierte und zum Töten ausgebildete Männergemeinschaften auf rechtsextremistisch eingestellte Männer ausübe, müsse genau so untersucht werden wie das Ausmaß, in dem der Militärapparat rechtsextremistische Einstellungen noch zusätzlich befördert. Die Linksfraktion will in diesem Zusammenhang unter anderem wissen, wie die Bundesregierung es sich erklärt, dass der Anteil von Rechtsextremisten und Nationalkonservativen in den Streitkräften im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung höher liege und welche Konsequenzen sie hieraus zieht. In einer weiteren Kleinen Anfrage (16/1083) thematisiert die Linksfraktion die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit 'revisionistischen und revanchistischen Verbänden'.

Wormser Zeitung · "Sicherheit ist gefährdet" - Verwaltungsgerichtshof bestätigt Verbot von Rechtsextremisten-Demo

Rechtsextremisten dürfen am 8. April nicht in Mannheim demonstrieren. Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg hat am Dienstag ein von der Stadt verhängtes Verbot bestätigt. Bei dem geplanten Aufmarsch, zu dem 750 Anhänger der rechten Szene aus ganz Deutschland erwartet wurden, sei 'eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit' zu befürchten, hieß es zur Begründung. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hatte den Aufzug für den Holocaust-Leugner Ernst Zündel bereits untersagt. Der Beschluss des VGH ist unanfechtbar (Az. 1 S 732/06). siehe auch: Neonazis dürfen nicht marschieren, Neonazi-Demo: Rechte gehen vors Verfassungsgericht. Beschwerde gegen VGH-Urteil eingelegt / "Bündnis gegen Rechts" will auf jeden Fall durch die Stadt ziehen. Die Rechtsradikalen gehen bis zur letzten Instanz, um am Samstag doch in der Stadt demonstrieren zu können. Gestern haben sie beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (VGH) eingelegt. Der hatte den Neonazi-Aufmarsch unter dem Motto "Schafft Meinungsfreiheit - Freiheit für Zündel, Rudolf, Verbeke und Irving" verboten und folgte damit auch der Einschätzung der Stadt Mannheim. Die Gründe: bei der Demo sei eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit sowie der Straftatbestand der Volksverhetzung zu befürchten. Jetzt müssen die Karlsruher Richter kurzfristig entscheiden.

dieStandard.at: Alessandra Mussolini strebt Amt der Vize-Premierministerin an

Umstrittene Duce-Enkelin will Platz von Gianfranco Fini einnehmen Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat am Montagabend bei der TV-Debatte mit seinem Herausforderer Romano Prodi versprochen, dass er in einer Neuauflage seiner Regierung eine Frau als Vize-Premierministerin einsetzen wolle - das genügte der Duce-Enkelin Alessandra Mussolini schon, um am Dienstag ihre Kandidatur für diesen Posten zu verkünden. "Diese Vize-Premierministerin werde ich sein. Meine Partei (die rechtsextreme Alternativa Sociale) wird bei den Parlamentswahlen am Sonntag großen Erfolg haben. Ich werde in der neuen Regierung Berlusconi den Posten übernehmen, den derzeit Außenminister Gianfranco Fini besetzt", meinte die streitbare und umstrittene 43-Jährige, deren Tante Sofia Loren weltberühmt ist. Mussolini will unter Berlusconi Vizepremier werden. Regierungschef Silvio Berlusconi hat am Montagabend bei der TV-Debatte mit seinem Herausforderer Romano Prodi versprochen, dass er in einer Neuauflage seiner Regierung eine Frau als Vize-Premierministerin einsetzen wolle - das genügte der Duce-Enkelin Alessandra Mussolini schon, um am Dienstag ihre Kandidatur für diesen Posten zu verkünden

zentralschweiz online - Rechtsradikale Schläger wegen Rassendiskriminierung verurteilt

Das Luzerner Obergericht hat zwei junge Männer, die in rechtsextremer Kleidung gezielt und brutal Ausländer verprügelten, wegen Rassendiskriminierung verurteilt. Das Urteil könnte wegweisend werden. Die beiden Männer waren zur Tatzeit 2002 um die 20 Jahre alt und bekennende Rechtsextreme. An drei Maiabenden, als sie alkoholisiert auf dem Heimweg waren, verprügelten sie zwei Tamilen und einen gehbehinderten Bosnier. Die beiden Täter suchten sich ihre Opfer zufällig aus. Die Ahnungslosen wurden zusammengeschlagen und mit Fusstritten traktiert. Dabei setzten die Schläger auch Schuhe mit Stahlkappen ein. Strafe erhöht Das Obergericht erhöhte gegenüber der Vorinstanz das Strafmass um einige Monate, wie es am Mittwoch bekannt gab. Der ältere der Täter, der als Anstifter gilt, wird mit dreieinhalb Jahren Zuchthaus bestraft. Der jüngere Mittäter, der zur Tatzeit noch nicht ganz 20 Jahre alt war, muss für drei Jahre ins Zuchthaus. Zudem müssen die beiden Schweizer dem Bosnier 10?000 Franken Genugtuung zahlen.

swissinfo: Berner Wahlen mit 'historischer' Fussnote

"Déjà vu" bei den Wahlen ins Berner Kantonsparlament vom 9. April: Es stehen sich auch Rechtsextreme und Kommunisten gegenüber – wie in den 1930er-Jahren. Die einen bewegen sich oft ausserhalb des Rechtsstaates, die andern sind systemkompatibel, so der Politologe Werner Seitz. Politisch sind weder die rechtsextreme Partei national orientierter Schweizer (PNOS) noch die Partei der Arbeit (PdA) für den Kanton Bern eine ernstzunehmende Konkurrenz für die etablierten Parteien. Beides sind Nachfolge-Organisationen von Formationen, die zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges in der Schweiz verboten worden waren, als Erben der Hitler verherrlichenden Frontisten und der moskautreuen Kommunisten. Von Hitler abgeschrieben Die PNOS bekämpft die aktuelle Demokratie als "entartetes System". Ihr 20-Punkte-Programm stammt auch aus der Feder von Bernhard Schaub, einem verurteilten notorischen Schweizer Holocaustleugner.

„Bulldoggengesicht“ – „Besoffener“ [Texterblog]

Wo italienische Kinder schimpfen lernen: in der Politik. Mama würde das nicht durchgehen lassen Ein Schnellkurs in aktuellem Italienisch: „chiedere scusa“ bedeutet: sich zu entschuldigen. Fast alle politischen Statements dieser Tage provozieren oder fordern jeweils die Entschuldigung. Ständig ruft die Linke nach Diskretion, öfter als nach Reformen. Denn Silvio Berlusconi pöbelt wieder. Aber eigentlich ist die Linke nicht viel weniger vulgär. Berlusconi war neulich außer sich: Da erlaubte sich dieser „nur scheinbare“ Chef der Linken, Romano Prodi (der mit dem „Bulldoggen- oder Pfarrergesicht“) eine glatte Frechheit: Berlusconis Finanzminister Tremonti als „politischen Verbrecher“ zu bezeichnen! Plötzlich schwenkt Silvio den Zeigefinger: Diese Sprache habe in der Politik nichts verloren, beteuert er. Und wünscht sich die moralische Intervention des Staatspräsidenten, um diesen „hysterischen“ Oppositionschef endlich in die Schranken zu weisen.

ND - Zu Gast bei Rechtsradikalen - 05.04.06

NPD und Kameradschaftsszene planen Aktionen zur Fußball-WM Nach mehreren Wahlschlappen und dem Austritt von 3 Landtagsabgeordneten in Sachsen sucht die rechtsradikale NPD händeringend nach einem Thema, um wieder mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Dafür wollen die Rechten auch die Fußball-Weltmeisterschaft nutzen. Der sächsische Landesverband der NPD hat angekündigt, am 21. Juni unter dem offiziellen WM-Motto »Die Welt zu Gast bei Freunden« die iranische Nationalmannschaft zu ihrem Spiel in Leipzig willkommen zu heißen. Doch nicht um die iranischen Spieler geht es der Rechtspartei – sie will sich vielmehr mit den antisemitischen Äußerungen des iranischen Präsidenten solidarisieren. Was die Partei in Wirklichkeit von Spielern aus anderen Ländern hält, wird mit einer weiteren Kampagne deutlich, die die NPD ebenfalls vor einigen Tage vorstellte. Unter dem Motto »Weiß – nicht nur eine Trikotfarbe« haben die Rechtsradikalen einen eigenen WM-Planer veröffentlicht. Auf dem Titelbild ist neben dem Trikot der deutschen Fußballmannschaft die deutsche Fahne besonders herausgestellt. Auf dem Trikot ist die 25 zu sehen, die Nummer des deutsch-afrikanischen Nationalspielers Patrick Owomoyela. Er war wie der aus Ghana stammende Schalke-Spieler Gerald Asamoah in der letzten Zeit häufig Zielscheibe rechter Fußballfans. So tauchten in Halle und Pritzwalk in den Wochen Plakate mit Asamoahs Konterfei und rassistischen Parolen auf.

Oberpfalz/Bayern :: Rechtsextremisten misshandeln Asylbewerber

Vier junge Rechtsextremisten haben in der Oberpfalz einen Asylbewerber zusammengeschlagen und schwer verletzt. Die 15 bis 19 Jahre alten Täter hatten den Iraker am Dienstagabend am Bahnhof in Cham zunächst angepöbelt und waren dann über den Mann hergefallen, als er weggehen wollte.

Oberpfalznetz: Eslarn droht großer Neonazi-Aufmarsch

Am 17. Juni Sommerfest mit Kundgebung auf dem Marktplatz angemeldet - Mindestens 800 Teilnehmer Am früheren Tag der deutschen Einheit, dem 17. Juni, steht dem Grenzmarkt Eslarn offenbar ein enormer Aufmarsch der Neonazis bevor: Die NPD-Landesgeschäftsstelle in Bamberg hat beim Landratsamt Neustadt ein Sommerfest mit Kundgebung auf dem Marktplatz beantragt. Mindestens 800 Teilnehmer werden erwartet. Thema im Marktrat Bürgermeister Reiner Gäbl hat schon einige schlaflose Nächte hinter sich. "Wir wollen nicht als Ersatz für Wunsiedel dienen. Das haben die Eslarner nicht verdient", kündigt der SPD-Mann heftigen Widerstand an. Er hat bereits mit dem Bürger gesprochen, der der NPD sein Grundstück und die Logistik für die Veranstaltung zur Verfügung stellt. Angeblich sei dieser von dem Vertrag mit der NPD zurückgetreten. Allerdings kämen nun erhebliche Kosten auf ihn zu, die eventuell übernommen werden müssten. Am Montag werde sich der Marktrat mit der brisanten Angelegenheit befassen. Oberregierungsrat Dr. Alfred Scheidler bestätigte auf Anfrage, dass Axel Michaelis von NPD-Landesgeschäftsführung in Bamberg das Sommerfest am 17. Juni mit einem 300 Quadratmeter großen Bierzelt beantragt habe, dazu eine Kundgebung. Prominenteste Redner sollen NPD-Bundesvorsitzender Udo Voigt und Landeschef Ralf Ollert sein. Darüber hinaus hätten sich laut Scheidler auch Rockgruppen aus der rechten Szene angekündigt, darunter die Band "Hauptkampflinie".

Rheinsberg in Brandenburg: Brauner Nachwuchs im Touristenstädtchen - Politik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

Tucholsky beschrieb Rheinsberg als Ort der Liebenden. Doch immer öfter steht das Städtchen für Ausländerhass. 31 rechtsradikal motivierte Straftaten zählte die Polizei 2005. Die Bürger wollen sich mit dem Terror der Neonazis nicht abfinden - sie kämpfen um die Gesinnung ihrer Kinder. "Das war ein ganz Lieber", sagt Karin Schwark und blättert in einem Aktenordner mit Zeitungsausschnitten. "Ich kenne Markus seit der zweiten Klasse", so die Sozialarbeiterin der Heinrich-Rau-Schule, "der ist nie negativ aufgefallen." Sie zeigt auf alte Artikel über Demonstrationen und Aufrufe der Rheinsberger gegen Rechtsextremismus. Schwark möchte nicht, dass ihre Stadt als Neonazi-Hochburg gilt, "wir tun doch alles, was wir können." Der 18-jährige Markus soll an den wiederholten Anschlägen auf ausländische Lokale beteiligt gewesen sein. Schwark versteht die Welt nicht mehr. "Ich kenne die Familie, da ist alles in Ordnung, ganz nette und solide Leute." (...) 47 Ausländer, 31 rechtsradikal motivierte Straftaten. 47 Ausländer leben in Rheinsberg, das entspricht etwa einem halben Prozent der Bürger der Stadt, deren herausgeputzter alter Kern jährlich Tausende Touristen anlockt.

taz 6.4.06 Erfolge an der Volksfront

Vorstellung des Verfassungsschutzberichts zeigt: Die NPD rekrutiert mehr Mitglieder, Trotzkisten strömen in die WASG, und der Innensenator kennt das Wetter am 1. Mai Die Zahl rechtsradikaler Straftaten ist in Berlin im vergangenen Jahr um knapp 60 Prozent gestiegen. Dies erklärte gestern Innensenator Ehrhart Körting (SPD) bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2005. Dabei handele es sich in erster Linie um Propagandadelikte wie Hakenkreuzschmierereien. Gestiegen ist auch die Zahl parteipolitisch organisierter Rechtsextremisten. Nach dem jahrelangen Mitgliederschwund verzeichnete die NPD letztes Jahr einen deutlich stärkeren Zulauf. Verfassungsschutz-Chefin Claudia Schmid wertete das als Erfolg der NPD-'Volksfrontstrategie'. DVU und Republikaner blieben unter Nazis aber weiter unbeliebt. Insgesamt ist die Zahl der Rechtsradikalen von 2.435 (2004) auf 2.400 (2005) minimal gesunken. Ein schwacher Trost angesichts des 'regen Zulaufs', den die Verfassungsschützer unter den so genannten autonomen Aktionsgemeinschaften ausmachen. Diese Neonazigruppen, oft entstanden aus Resten verbotener Kameradschaften, geben sich nach außen harmlos und hip und ködern so Jugendliche, denen Heimatabende zu spießig und Skinheads zu roh sind. Laut Verfassungsschutz haben diese Gruppen rund 100 Mitglieder.

Jungle World ··· 14/2006 Interview ··· »Im Herzen bin ich Sozialist«

Corny Littmann Zum ersten Mal in seiner Geschichte steht der FC St. Pauli im Halb­finale des DFB-Pokals und spielt am kommenden Mittwoch gegen den FC Bayern München. Anfang der neunziger Jahre wurde St. Pauli zum Lieblingsverein linker Fußballfans. Mit Volker Ippig stand sogar ein Bewohner der Hamburger Hafenstraße im Tor der Bundesligamannschaft. Inzwischen spielt der Verein in der Regionalliga. Seit Ende 2002 hat er einen schwulen Schauspieler als Präsidenten. Corny Littmann ist Geschäftsführer des Hamburger Theaters »Schmidts Tivoli«, wurde zum »Hamburger Unternehmer« des Jahres 1999 gewählt und bezeichnet sich selbst als »Fanpräsident«. Stefan Rudnick sprach mit ihm von Geschäftsführer zu Geschäftsführer.

Jungle World ··· 14/2006 Antifa ··· Schläger aus Kurpfalz

In der Region Rhein-Neckar treten Neonazis immer offensiver auf. Manchmal prügeln sie sich aber auch untereinander Es gibt kein ruhiges Hinterland. Derzeit ist das besonders deutlich in der Region um Mannheim und Ludwigshafen zu beobachten. Nicht nur, dass fast die gesamte Struktur der regionalen Neonazi-Szene vor kurzem durch den Hack des internen Internetforums Hatecoretk.com offen gelegt wurde, auch bekämpfen sich die Kameraden kräftig untereinander. Das mag Grund zum Schmunzeln sein, doch tritt der »nationale Wider­stand« immer offener und häufiger mit Aktionen in Erscheinung. Anfang der neunziger Jahre herrschte in der Region schon einmal eine rechte Hegemonie. In fast jeder Kleinstadt gab es damals eine Neonazi-Szene, und die Republikaner erreichten 1992 über zehn Prozent bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Im selben Jahr griffen hunderte Bür­ger über mehrere Tage hinweg ein Flüchtlingsheim im Mann­­heimer Stadtteil Schönau an. Nachdem es Ende der Neunziger relativ ruhig geworden war, konnte man in den vergangenen Jahren eine Re­orga­nisierung der Neo­nazis be­obach­ten. Einige Nazikader haben sich mitt­lerweile in Mannheim und Ludwigshafen niedergelassen, der wohl bekannteste unter ihnen ist der mehrfach wegen Gewalttaten vorbestrafte Christian Hehl. Der auch über deutsche Grenzen hinaus bekannte Aktivist der inzwischen verbotenen Organisation Blood & Honour war im vergangenen Jahr vor allem damit beschäftigt, Neo­na­zi­kon­zer­te im Treffpunkt des Mannheimer Rocker­clubs »Bandidos« zu organisieren. Zeitweise gab es dort fast wöchentlich Veranstaltungen, so dass »im ersten Halbjahr 2005 alleine in Mannheim mehr Nazirockkonzerte stattgefunden haben als 2004 in ganz Baden-Württem­berg«, wie es in einer Antifa-Broschüre heißt. Ein weiterer Anführer der Szene ist Mat­thias Her­mann aus Ludwigshafen, der sich vor allem mit der Koordinierung des »Aktionsbüros Rhein-Ne­ckar« beschäftigt. Dies ist ein Zusammenschluss verschiedener »freier Kameradschaften« und zählt dem Informationszentrum Apabiz zufolge zu den »aktivsten Neonazistrukturen in ganz Deutschland«. Das »Büro« wurde im Sommer 2003 gegründet, seine Mitglieder tun sich vor allem mit ihrem provokanten Auftreten hervor. Im Bundestagswahlkampf störten sie mehrere Veranstaltungen großer Parteien, und im hessischen Bensheim griffen sie eine Informationsveranstaltung gegen den Heß-Marsch an. Im Oktober tauchten sie bei einer Lesung von Jan Phillip Reemtsma in Mannheim mit über 60 Kameraden auf und bedrohten die Zuhörer. Zuletzt flog im Dezember ei­ne Kampf­sportgruppe von Mitgliedern des Aktionsbüros in Mannheim auf. Kenntnisse in Selbstverteidigung brauchen die Neonazis offensichtlich auch, um sich gegen die eigenen Kameraden zu schützen. Im November überfielen Mitglieder der »White Unity«, einer Nachfolgegruppe der unterfränkischen Abteilung von Blood & Honour, ein Konzert, das vom »Nibelungensturm Odenwald« organisiert worden war. Mit sieben Autos fuhren sie in dem kleinen hessischen Ort Mitlechtern vor, prügelten mehrere ihrer Kameraden krankenhausreif, bedrohten die Anwesenden mit abgebrochenen Bierflaschen und verbrannten im Anschluss T-Shirts und Propagandamaterial des »Nibelungen­sturms«. Auch die Kasse nahmen sie mit.