Donnerstag, Oktober 20, 2005

derStandard.at: TV-Bericht: US-Soldaten verbrannten Taliban-Leichen

Zur Einschüchterung von Dorfbewohnern - US-Soldat: "Leichen aus hygienischen Gründen verbrannt worden" US-Soldaten haben einem Fernsehbericht zufolge in Afghanistan die Leichen mutmaßlicher Taliban-Kämpfer verbrannt und die Tat später zur Einschüchterung von Dorfbewohnern missbraucht. Der australische TV-Sender SBS zeigte am Mittwochabend Bilder, auf denen die Verbrennung zweier Leichen zu sehen war. Dabei habe es sich um mutmaßliche Taliban-Kämpfer gehandelt, die bei einem Gefecht vor wenigen Wochen getötet worden seien. Der Sender spielte Tonaufnahmen von Radiosendungen ab, mit denen US-Soldaten Dorfbewohner einzuschüchtern versuchten, damit sie Taliban-Kämpfern keinen Unterschlupf mehr gewähren: "Ihr erlaubt, dass eure Kämpfer mit dem Kopf nach Westen liegend verbrannt werden. Ihr seid zu feige, ihre Leichen zu holen. Das zeigt nur, dass Ihr die verweichlichten Jungs seid, für die wir euch immer gehalten habt", hieß es darin unter anderem.

Stuttgarter Zeitung online - Der steile Abstieg eines Honoratioren mit zwei Gesichtern

Ehemaliger Stadtrat der Heilbronner 'Republikaner' schildert vor Gericht die Tötung seiner Ehefrau und sein konfuses Leben Er ist ein einflussreicher Kommunalpolitiker, erfolgreicher Geschäftsmann und Frauenheld gewesen. Jetzt wartet auf Bernhard B. das Gefängnis. Er ist beruflich ruiniert und hat seine Frau umgebracht, aber einen Selbstmordversuch überlebt. Nichts hätte den steilen Abstieg Bernhard B. besser verdeutlichen können als sein Einzug in den Schwurgerichtssaal des Heilbronner Landgerichts gestern Morgen. Der Fünfzigjährige im eleganten dunklen Anzug humpelte mühsam auf zwei Krücken zur Anklagebank. Noch immer leidet der ehemalige Heilbronner Stadtrat und Exmitglied des Kreisvorstands der rechtsextremen "Republikaner" im Unterland unter den Folgen eines spektakulären Selbstmordversuchs, bei dem er vor acht Monaten mit seinem Auto in Frankreich in eine Schlucht geflogen ist und trotzdem überlebt hat. Wenige Stunden zuvor hatte er seine 48-jährige Ehefrau nach heftigem Streit erwürgt. Bis zur Tat führte er ein turbulentes Leben, bei dem ihn die einen in der Öffentlichkeit als einen charmanten Lebemann, die anderen im Privaten als einen "Teufel in Person" wahrgenommen haben. (...) Tatsache ist auch, dass B. von 1989 bis 1999 eine führende Rolle bei den "Republikanern" im Unterland spielte. Mit zwei Gesinnungsfreunden saß er im Heilbronner Stadtrat.

Neonazis wollen am Soldatenfriedhof aufmarschieren

In der Nähe des Soldatenfriedhofs in Halbe (Dahme-Spreewald) werden am 12. November wieder die Neonazis aufmarschieren. Die Versammlungsbehörde - das Polizeipräsidium in Frankfurt an der Oder - prüft nach Angaben einer Sprecherin derzeit kein Verbot der bereits angemeldeten Demonstration von 500 bis 1000 Neonazis. Angemeldet ist für diesen Tag eine Gegendemonstration. Zudem hat Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) die Brandenburger indessen zur breiten Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung auf dem Soldatenfriedhof anläßlich des Volkstrauertages aufgerufen. Sie sollen sich damit gegen den Rechtsextremismus und für eine tolerante Gesellschaft bekennen, sagte Fritsch gestern. Zu der Gedenkfeier lädt der Landtag gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Landkreis Dahme-Spreewald ein. Sie stehe unter dem Motto "Die Toten mahnen, für den Frieden zu leben."

Jungle World ··· 42/2005 Antifa ··· Rosen auf dem Weg

Am 29. Oktober will die NPD in Göttingen aufmarschieren. Die Stadt versucht erst gar nicht, die Demonstration zu verbieten Die Stadt Göttingen sieht keine Möglichkeit, ein Verbot der für den 29. Oktober angekündigten Demonstration der NPD rechtlich durchzusetzen. Die geplante Veranstaltung soll aber nur unter scharfen Auflagen stattfinden können.« Diese lapidare Ankündigung der Stadtverwaltung Göttingen vom 26. September sorgte in der Stadt für Entrüstung über fast alle politischen Grenzen hinweg. Zwar ist es bereits der sechste Versuch der NPD, in Göttingen zu demonstrieren, und zweimal konnte sie ihr Ansinnen vor den Gerichten auch mit einer Klage durchsetzen; dass die Stadt diesmal aber nicht einmal versucht, die Demonstration zu verhindern, ist ein Novum. Zwar könnte der Rechtsdezernent Wolfgang Meyer (SPD) durchaus Recht haben, wenn er nicht an den Erfolg einer Verbotsverfügung glaubt, weil die »NPD eindeutig dazu gelernt hat«, was ihre Demonstrationsaufrufe angehe; dass die Stadt deshalb aber auf das politische Symbol eines Verbots verzichtet, ist manchen unverständlich. (...) Für besonderen Unmut sorgt die Tatsache, dass die Neonazis unter dem Motto »Sozialabbau, Rentenklau, Korruption – nicht mit uns!« durch das von zahlreichen linken und ausländischen Studierenden bewohnte Universitätsviertel und das noble Ostviertel ziehen dürfen, während die Route der Gegendemonstration auf wenige hundert Meter zwischen dem Hauptbahnhof und dem Platz der Synagoge beschränkt bleibt. Die NPD werde ihr Glück kaum fassen können, kommentierte die Ali.

Verbotene Neonazi-Gruppen weiterhin aktiv

Die Neonazi-Kameradschaften 'Hauptvolk' und 'Sturm 27' aus der Region Rathenow (Havelland) sind offenbar trotz eines Verbots durch das brandenburgische Innenministerium weiter aktiv. Die Verbotsverfügung vom April 2005 werde vor Ort von der Polizei nicht durchgesetzt, teilte die 'Antifaschistische Recherchegruppe' gestern in Rathenow mit. Mitglieder der rechtsextremen Gruppen würden sich demnach unter anderem unter dem Namen "Verbotene Freundschaft" und bei der NPD versammeln, weiterhin Gewalttaten verüben und auch ihre Kampfsportausbildung fortführen.

NETZEITUNG DEUTSCHLAND: Anwalt wegen Volksverhetzung verurteilt

Der Verteidiger eines Neonazis hat vor Gericht den Völkermord an den Juden in Frage gestellt. Dafür wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Amtsgericht Nürnberg hat den Anwalt eines Neonazis zu einer Geldstrafe von 2250 Euro verurteilt – wegen Volksverhetzung. Das Gericht warf dem 36-Jährigem in dem Urteil am Mittwoch vor, in einem anderem Prozess gegen einen Zirndorfer Neonazi im März vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth mehrere Beweisanträge mit volksverhetzenden Inhalten gestellt zu haben. Unter anderem hatte der Anwalt nach Justizangaben darin schriftlich erklärt: «Von einer Offenkundigkeit des Völkermordes an Juden kann nicht gesprochen werden». Zudem habe der Jurist in Frage gestellt, ob der Völkermordparagraf des Strafgesetzbuches mit dem Grundgesetz vereinbar sei. In seiner Urteilsbegründung sagte der Richter: «Ich weiß nicht, ob Sie selbst dem rechten Lager angehören oder einfach nur schlechte Arbeit geleistet haben.»

Architektur: Die Wiederentdeckung der Nazi-Embleme - stern.de

Hakenkreuze sind verboten und auch als Hausschmuck nicht sonderlich beliebt. Doch es gibt sie noch, die NS-Insignien in Decken, Häuserfronten und Fußböden. Historiker fordern den Erhalt dieser Nazi-Hinterlassenschaften. Das Corpus Delicti war ein gerade 15 Zentimeter großes Stück Blech. Dennoch war die Aufregung groß, als Unbekannte das Stück im Mai aus einem Regenrohr am Lübecker Holstentor schnitten. Denn auf dem Blech prangte ein Hakenkreuz, das dort 71 Jahre zuvor eingestanzt worden war. In rund zwölf Meter Höhe hatte das Nazi-Symbol jahrzehntelang fast unbemerkt überdauert. Die Hansestadt hatte geplant, das Emblem mit einer Kupferplatte zu verdecken.

Norman Bordin: Faust in der Tasche - München - sueddeutsche.de

Der Neonazi Bordin gibt sich geläutert. Unbeeindruckt davon verbietet das KVR eine für den 9. November geplante Nazi-Demo Neonazi Norman Bordin will ein besserer Mensch geworden sein. Das erklärte er gestern jedenfalls Richtern, die seine vielen Vorstrafen wegen Raubes, Körperverletzung und Beleidigung angesprochen hatten. Damals sei er im „heranwachsenden Alter“ gewesen, winkte der Rechtsradikale ab. „Inzwischen habe ich mich sozial gefestigt, bin verheiratet, zum Jahreswechsel steht ein Kind ins Haus.“ Im Gefängnis war er gar bei einem Anti-Aggressionskursus. Was er dabei gelernt habe? „Lieber macht man die Faust in der Tasche.“ Bordin kennt man in München: Er war im Januar 2001 beim Überfall auf einen Griechen in der Zenettistraße dabei. Zwar konnten ihm konkrete Taten nicht nachgewiesen werden. Trotzdem wurde er im März 2002 zu 15 Monaten Haft verurteilt. Seit Oktober ist der heute 29-Jährige Mitglied der NPD. Innenminister Günther Beckstein nannte Bordin einen „gewaltbereiten Menschen, der auch Reden führt, die andere Menschen dazu bringen können, Gewalt für berechtigt zu halten“.

Union of Councils for Soviet Jews: Israeli Diplomat Beaten and Robbed in St. Petersburg

An Israeli diplomat was beaten and robbed in St. Petersburg Tuesday, a Russian news agency reported. Micky Boguslavsky, a secretary in the Israeli Embassy in Moscow, was returning home Monday night when several unidentified assailants assaulted him in downtown St. Petersburg, the Interfax news agency said. He was beaten and robbed of his valuables, including cash, credit cards and a digital camera, Interfax quoted the Israeli Embassy as saying. The diplomat temporarily lost consciousness. He reported the attack to the local police on Tuesday, Interfax said, citing the embassy. Calls to the Israeli Embassy in Moscow and police officials in St. Petersburg went unanswered on Tuesday evening. Yevgeniya Lvova, the head of the Russian Jewish Congress' St. Petersburg branch, confirmed that Boguslavsky, who heads the Israeli Cultural Center in St. Petersburg, had been robbed by unidentified assailants.

SPLCenter.org: The Wannabe

Former National Alliance 'intellectual' Kevin Strom wants to be a boss On a hot Saturday in the middle of June, a crowd of white supremacists gathered in a town near Tampa to celebrate the arrival of a new summer and the emergence of a would-be leader in their movement — Kevin Alfred Strom. (...) The event, the Summer Solstice Festival, marked a special moment in Strom's long and dreary career as a professional racist and anti-Semite. He was finally coming out of the shadows after decades of thankless labor in the musty back offices of the neo-Nazi movement. Strom had long played a key but subservient role to William Pierce, founder of the National Alliance — until recently the most important neo-Nazi group in the country — and then to Erich Gliebe, who was anointed over Strom as Pierce's successor, even though it was Strom, not Gliebe, who had created the Alliance's well-known weekly radio show; Strom who convinced Pierce to venture into the white power music business; and Strom who edited the Alliance's flagship publication in his role as the group's in-house "intellectual." Now, at long last, it was Strom's turn to shine, to be shown respect, to be treated like a leader. Last spring, Strom and other disgruntled Alliance principals were summarily expelled from the Alliance after they tried but failed to overthrow or curtail the power of the Alliance's current leaders. Soon after he was ejected, Strom formed his own group, National Vanguard, lifting the name from the Alliance magazine he had edited for years. When Strom left the Alliance, hundreds of other members left with him, most of them at least temporarily joining National Vanguard (NV). The Alliance's old Tampa unit, now an NV chapter loyal to Strom, organized the Summer Solstice Festival.

SPLCenter.org: Radical Radio

Talk show host calls for violence The American radical right has produced more than its share of violence. Nonetheless, the last few years have seen key groups making pronouncements in favor of legality. David Duke's latest organization has pledged to use nonviolence. Groups like Mississippi's Nationalist Movement routinely lecture others on the perils of violence. Even the current leaders of the National Alliance, a neo-Nazi group whose founder spoke of murdering Jews by the thousands, have said that theirs is a legal struggle. Not Hal Turner. Always given to racist histrionics, the New Jersey shortwave radio talk show host has in the last year come to openly advocate murder. Turner's descent seemed to really begin after the husband and mother of Joan Lefkow, a federal judge in Chicago, were murdered in February, not long after neo-Nazi leader Matt Hale was convicted of soliciting Lefkow's murder. While many right-wing extremists cowered, fearful of the federal agents who were investigating the possibility that a Hale follower had carried out the killings, Turner went on the air to say that murdering judges could be a very good thing for America. He was quickly denounced in neo-Nazi Web forums as a provocateur, and two of them actually kicked him out.

SPLCenter.org: Strange Bedfellows

Disgraced Holocaust denier hosted by Alabama atheist David Irving, a writer whose Holocaust denial activities caused a British judge to label him "a right-wing, pro-Nazi polemicist," has been repeatedly hosted by the largest neo-Nazi group in America. David Duke, the famous former Klan leader, has organized talks and book sales for him. Others who've tried to help Irving sell his wares — the judge called them "deliberate" falsifications designed to slander Jews and hold Hitler up as a hero — include a host of other white supremacists. And then there is Larry Darby. Darby is not your typical host for Holocaust deniers. He is president of the Alabama-based, nonprofit Atheist Law Center. The bespectacled Darby is normally a lonely voice in supremely conservative Alabama, arguing against religion in all forms. But in early July, Darby hosted Irving — who he described as "an expert on World War Two, the Nazi era and the erosion ... of free speech" — and about a dozen atheists at a meeting in the Holiday Inn of Prattville, Ala. Most of those who attended seemed to know little about Irving's background. Others, who heard about the appearance by e-mail, expressed their shock privately.

The BG News - Nazis might return

City officials may not be able to prevent more Nazi rallies The city has a slim chance of legally stopping neo-Nazis from demonstrating again in a neighborhood where rioters looted businesses and launched bricks at police, law experts say. Mayor Jack Ford said this week he expects that the white supremacist group will try again to stage a rally in the city. He has asked his legal team to look into whether they can do anything to limit where the neo-Nazis demonstrate. The worst violence broke out after the march was called off Saturday and rioters turned their anger toward police because they felt officers were protecting the neo-Nazis and did nothing to stop their plan to walk through their neighborhood.

Mittwoch, Oktober 19, 2005

SPLCenter.org: Smashing the Shamrock

A massive federal indictment names the senior leadership of America's most frightening prison gang. But will it work? Within the Ronald Reagan Federal Building and United States Courthouse here is a courtroom called the "Nuremberg room" for its resemblance to the famous chamber in which 22 leaders of the Third Reich were tried in 1945 and 1946 for crimes against humanity. Both halls of justice have three-tiered docks where multiple high-profile defendants are shackled to anchors in the floor by chains hidden from view behind tables and podiums. Like the docks in Germany's Palace of Justice 60 years ago, the docks in Santa Ana this year have filled with self-avowed Nazis, Aryan warriors, and followers of Hitler. But the Nazis standing accused in California are Nazis of a wholly different strain than Nuremberg War Crimes Tribunal defendants like Hermann Goering and Rudolf Hess. They are white supremacist pimps, drug dealers and backstabbing shower-stall killers, glorified thugs with swastika tattoos. They covet power and oversee a criminal empire, but they are motivated less by furthering their die-hard racist ideology than satisfying their crude greed. They are the leaders of the Aryan Brotherhood (AB), the most notorious, powerful, and violent prison gang in America. Also known as the Brand or the Rock — a reference to the Shamrock tattoos AB members favor in addition to Nazi insignia — the gang in recent years has established criminal networks outside prison walls in cities, small towns, and suburbs across the country.

How we stopped Nazis in 1970s - Socialist Worker

The BNP’s attempts to organise mean the lessons of a previous movement against the Nazis need to be learned Who Shot the Sheriff? — Alan Miles’s excellent new film charting the history of the Rock Against Racism and Anti Nazi League movements of the 1970s — is set to go on tour in January, sponsored by the Amicus union. If the reaction from the film’s launch gig in London last month is anything to go by, it is sure to be a hit with audiences around the country. It is a fascinating look at how politics and music came together to defeat the Nazi National Front (NF) in the 1970s. Its release is timely. Today’s major Nazi organisation — the British National Party (BNP) — is gearing up for council elections in England and Wales next May. As part of its campaign the BNP has called its first national demonstration in years. The Nazis hope to attract a mob of racist thugs to Keighley in West Yorkshire on Saturday 5 November to whip up a frenzy of hatred against Asians.

Dienstag, Oktober 18, 2005

junge welt vom 18.10.2005 - Ermittlungen gegen US-Agenten

Venezuela: Indizien für Beteiligung von Washingtoner Behörde an Drogenhandel und Ermordung von Staatsanwalt Anderson Der Konflikt schwelt seit mehreren Monaten: Bereits im August waren Mitarbeiter der US-Antidrogenbehörde DEA aus Venezuela ausgewiesen worden. Zugleich stellte Caracas die Zusammenarbeit mit den USA auf diesem Gebiet ein. Nun erklärte der Generalstaatsanwalt, es lägen Hinweise für die Verwicklung von US-Funktionären in Drogenhandel und Korruption in Venezuela vor. Ermittlungen wurden gegen zwei DEA-Mitarbeiter sowie gegen zwei hohe Beamte der Nationalgarde (GN) eröffnet. Auch im Prozeß wegen der Ermordung des Staatsanwaltes Danilo Anderson vor einem Jahr gäbe es ernstzunehmende Hinweise auf eine Beteilung von US-Behörden, hieß es weiter. Zeugenaussagen bestätigten, daß die Täter sich in der Vorbereitung des Anschlages mit CIA-Mitarbeitern getroffen haben. »Die CIA leitete diesen terroristischen Akt mit all ihren Erfahrungen in umfassender Weise beratend an«, erklärte Generalstaatsanwalt Isaías Rodríguez am Freitag vor venezolanischen Medien. Dies würde von Personen bestätigt, die »unmittelbar« mit Planung und Durchführung des Mordes betraut gewesen wären.

junge welt vom 18.10.2005 - Eier auf Faschisten

Kein Durchkommen für Juschtschenkos braune Wahlhelfer. Ehemalige Helfer deutscher Besatzer marschierten in Kiew Kiew glich am vergangenen Wochenende einer Stadt im Ausnahmezustand. Tausende Polizisten wurden von den Behörden zusammengezogen, um eine Demonstration von Veteranen der »Ukrainischen Aufständischen Armee« (UPA) zu sichern, die den 63. Gründungstag dieser Kampforganisation nutzen wollten, um ihre offizielle Anerkennung als »Veteranen« des Zweiten Weltkrieges anzumahnen. Den betagten, ehemaligen UPA-Kämpfern standen Mitglieder der faschistischen »Ukrainischen Volkspartei« und etlicher rechtsradikaler Jugendorganisationen zur Seite. Kampf gegen Rote Armee Die UPA kämpfte während des Zweiten Weltkrieges, vorwiegend in der Westukraine, gegen kommunistische Partisanen, die Rote Armee sowie die polnische Zivilbevölkerung. Im Jahr 1943 hatte die UPA über 100000 Mann in ihren Reihen. Verbände der UPA waren an zahlreichen Massakern gegen Polen und Juden beteiligt, über weite Zeiträume hinweg kollaborierten sie mit den deutschen Besatzern. Die UPA gilt bis zum heutigen Tag in der Ukraine als faschistische Organisation, deren ehemalige Mitglieder keinerlei Anspruch auf Veteranenrenten oder ähnliche Vergünstigungen haben.

junge welt vom 18.10.2005 - Ehrenmal für Estlands SS-Division

Nazi-Monument im dritten Anlauf eingeweiht. Scharfer russischer Protest Am Samstag wurde in der estnischen Hauptstadt Tallinn ein Denkmal für Kollaborateure der Nazi-Wehrmacht und der SS eingeweiht. Die Zeremonie, an der auch Trivimi Velliste, Parlamentsabgeordneter der rechts-nationalen Partei Vaterlandsunion, teilnahm, fand auf dem Gelände des Museums »Kampf für die Befreiung Estlands» in Lagedi statt und wurde im lokalen Fernsehen ausgestrahlt. Die bronzene Gestalt eines estnischen SS-Angehörigen mit Eisernen Kreuz und MP-40 soll an die »kühnen Kämpfer der 20. SS-Division erinnern«. Enthüllt wurde sie von Benno Leaesik, dem Vorsitzenden einer militanten Reservistenorganisation der heutigen estnischen Armee. Das Ehrenmal ist auf Initiative estnischer Kollaborateursverbände erschaffen und erstmals 2002 aufgestellt worden.

Berliner Morgenpost: Brutaler Kampfsport findet immer mehr Anhänger in Berlin

Bei "Freefight" sind auch Würgegriffe und Tritte erlaubt Ellenbogenstöße ins Gesicht, Fußtritte gegen den am Boden liegenden Gegner, Würgegriffe - eines der wenigen Tabus: Der Gegner darf nicht getötet werden. Freefight ist eine neue brutale Kampfsportart, die in Berlin immer mehr Anhänger findet. (...) Häufig kämpfen die Freefighter gegen politische Vorurteile, denn die Wettkämpfe des weltweit härtesten Vollkontaktstils ziehen durchaus auch Rechtsextreme an. "Mit solchen Leuten haben wir auch nichts am Hut. Als ein gegnerischer Kämpfer kürzlich mit Musik der rechtsextremen Band Landser in den Ring lief, haben wir sofort unsere Taschen gepackt", so Burczynsky, der selbst mit einer Türkin verheiratet ist. Auch die deutsche Free Fight Association, eine Art Dachverband, positioniert sich klar gegen Rechtsextremismus und startete die Aktion "Wir gegen rechts. Keine kalten Herzen - bei den harten Männern".

taz 18.10.05 Ungestörter Rechtsrock

Neonazi-Konzert in Rothenburgsort kann von der Polizei unbehelligt stattfinden. Nur aus "Sicherheitsgründen" müssen sich die Rechten beim Rocken abwechseln Recht zufrieden wirkte Christian Worch. Gelassen stand der Neonazi-Führer der "Freien Kameradschaften" vor der Halle auf dem Gewerbegelände in der Billstraße 199, längst schallte Rechtsrock aus dem roten Klinkergebäude. Nach und nach trafen über 400 Neonazis ein. Vier Bands aus der Szene, "Parth of Resistance", "World of Anger", "HKL" und "Donnerhall", sollten auftreten. Kurz vor Konzertbeginn gegen 20 Uhr am Samstagabend hatte eine Polizeistreife das Gelände in Rothenburgsort verlassen. Das Konzert war "bei den zuständigen Behörden angemeldet", betonten die Veranstalter. Am späten Abend schauten Einsatzkräfte aber noch mal vorbei. Denn wegen "der Sicherheit" durften nur 200 Personen in die Halle.