Donnerstag, Dezember 16, 2004

Die Zeit - Politik : Glatze mit Scheitel

Die NPD ist im Aufwind. Sie sitzt wieder in einem Landtag, sie gewinnt Mitglieder, sie baut an einer rechten Volksfront. Hinter den Erfolgen steht Udo Voigt. Wer ist der Mann? Udo Voigt glaubt, er müsse das deutsche Volk retten. Er glaubt das wirklich. Er ist überzeugt, die Deutschen stünden kurz vor dem Untergang. Überall sieht er Zeichen von Dekadenz und Verderbtheit. Er meint, Deutschland sei von den USA unterjocht. Und er hat ein einfaches Rezept gegen alle Probleme: Die Volksgemeinschaft müsse im Mittelpunkt der Politik stehen. Dann gäbe es keine Ausländer mehr, keine Arbeitslosigkeit, keine Armut. (...) Udo Voigt war 16 Jahre alt, als er der NPD beitrat. Damals, 1968, setzte sich die Jugend gerade mit den Verbrechen der Elterngeneration auseinander. Voigt aber hing an den Lippen seines Vaters: Der war Hitlerjunge, SA-Mitglied, Stabsgefreiter der Wehrmacht, kam 1949 aus russischer Gefangenschaft zurück. Noch mit 52 Jahren sagt Udo Voigt »Papa«, wenn er von seinem Vater spricht. Der sei sehr sportlich gewesen und ein richtiger Kumpel. Als in der Schule ein Lehrer sagte, die Deutschen hätten den Krieg gegen England begonnen, widersprach Voigt junior. Sie stritten lange. Irgendwann musste der Lehrer einräumen, dass es tatsächlich Chamberlain war, der offiziell den Krieg erklärt hatte. Voigt: »Das war mein erster Triumph.« Dass die Deutschen mit dem Überfall auf Polen den Krieg begannen, leugnet Voigt noch heute. Dieser nämlich sei nur »eine Schutzmaßnahme« gewesen. Sein Vater habe es so erzählt. Sein Großvater auch. Voigt glaubt nicht den Historikern, sondern denen, die dabei waren. »Die wissen es besser«, sagt der Diplompolitologe allen Ernstes. Als sein Vater im Jahr 2000 starb, schrieb Voigt in die Traueranzeige: »Denn was immer auf Erden besteht / besteht durch Ehre und Treue. / Wer heute die alte Pflicht verrät / verrät auch morgen die neue.«

Frankenpost Online: Overather Dreifachmord: Lebenslang für Ex-Söldner

Gut ein Jahr nach dem Dreifachmord von Overath (bei Köln) ist ein 46-jähriger Ex-Söldner wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter ordneten zudem Sicherungsverwahrung an, so dass er nicht vorzeitig freikommt. Die zum Tatzeitpunkt 19-jährige Ex-Freundin muss wegen Beihilfe zum Mord und zum Raub mit Todesfolge für sieben Jahre und sechs Monate in Haft. Sie wurde nach Jugendstrafrecht verurteilt. siehe auch: Overather Dreifachmord: Lebenslang für Ex-Söldner

Mittwoch, Dezember 15, 2004

Jungle World 52/2004 Antifa- Rechts, zwo, drei, vier

Immer offener zeigt der ehemalige KSK-Kommandeur Reinhard Günzel seine rechtsextreme Gesinnung. In der Generalität sind solche Überzeugungen weit verbreitet Die NPD ist beeindruckt. »Erstaunlich kompromiss- und schonungslos«, berichtet der Göttinger Kreisverband der Partei, habe General a.D. Reinhard Günzel »mit dem noch bestehenden BRD-System« abgerechnet. »Rund 90, größtenteils geladene Gäste« seien anwesend gewesen, als der zwangspensionierte Soldat Ende November vor den Göttinger Burschenschaften Holzminda und Hannovera referierte, heißt es in dem Bericht der NPD über die Veranstaltung. Dass Günzel dabei »ganz und gar auf irgendwelche ›Distanzierungen‹ verzichtete«, hält der Autor für höchst »erfreulich«. Reinhard Günzel kann sich offene Worte leisten. Am 4. November 2003 wurde der Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte (KSK) fristlos entlassen, weil er dem Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann (CDU) eine Solidaritätsadresse hatte zukommen lassen. »Eine ausgezeichnete Ansprache«, hieß es in Günzels Schreiben über die antisemitische Rede Hohmanns, die dieser am 3.Oktober 2003 gehalten hatte. »Mutig weiterhin Kurs halten«, empfahl der Soldat dem Politiker. Das kostete Günzel den Job, befreite ihn aber zugleich vom Zwang zu politischer Rücksichtnahme. Seitdem erlebt die Öffentlichkeit einmal mehr, was in den oberen Etagen der Bundeswehr durchaus verbreitet ist: extrem rechte Gesinnung. Nachzulesen sind entsprechende Aussagen etwa in der Rede, die Günzel im Mai vor dem Institut für Staatspolitik, das der Wochenzeitung Junge Freiheit nahe steht, gehalten hat. Das Thema des Abends lautete: »Meinungsfreiheit und Tabu«. Der General beklagte dort die »vielen Tabus, die uns verbieten, historische Wahrheiten auszusprechen«: den »Zwang, der ›Singularität des Holocaust‹ unsere Reverenz zu erweisen«, wie die »Verpflichtung, die im Nürnberger Prozess von den Siegermächten getroffenen Feststellungen auf alle Zeiten anzuerkennen«. Alles »Denkverbote«, ereiferte sich Günzel und beklagte das »geistige Todesurteil für jede freie Gesellschaft«. Hochrangige Militärs äußern nach ihrem Abschied von der Armee oft derlei Ansichten. Ein Vorbild sei für ihn der Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rhonhof, früher einmal höchster Offizier in Niedersachsen, sagte Günzel der taz. Schultze-Rhonhof veröffentlichte im vorigen Jahr ein Buch mit dem Titel: »1939 – der Krieg, der viele Väter hatte«. »Das Ergebnis der Untersuchung ist, dass der Zweite Weltkrieg zwar von Hitler begonnen, jedoch von Staatsmännern aus England, Frankreich und Amerika ›angezettelt‹ worden ist.« So hieß es damals in einer Rezension in einer Zeitschrift des in Nordrhein-Westfalen stark rechts orientierten Bundes der Selbstständigen. Diesen Revisionismus teilen auch andere ehemalige Bundeswehroffiziere. »Erich Ludendorff und seine Zeit« heißt ein Buch, das Generalleutnant a.D. Franz Uhle-Wettler bei der extrem rechten Verlagsgemeinschaft Berg veröffentlichte. Der programmatische Untertitel der Biographie, die den Mann porträtiert, der 1923 gemeinsam mit Adolf Hitler einen Putschversuch unternahm, lautet: »Eine Neubewertung«. Brigadegeneral a.D. Reinhard Uhle-Wettler publizierte im Verlag Hohenrain »Die Überwindung der Canossa-Republik«. Vielsagend heißt es in der Verlagsankündigung: »Der Autor rührt an weithin verschwiegenen Tatsachen und bricht lange aufrechterhaltene Tabus.« Das wichtigste der vermeintlichen Tabus betrifft den revisionistischen Generälen zufolge die Wehrmacht. »Eine Tradition wird immer begründet im Gefecht, sozusagen auf dem Schlachtfeld«, sagte Günzel im Sommer der österreichischen Zeitschrift Aula, die rechten Burschenschaften nahe steht. Wolle man die Bundeswehr »von den großen preußischen Traditionen« abschneiden, meinte er, sei man »mit Sicherheit auf der ganzen Linie zum Scheitern verurteilt«. Das Konstrukt einer »sauberen Wehrmacht« setze sich in der Bundeswehr immer durch, warnte Detlev Bald, der bis 1996 am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr tätig war, bereits im Jahr 1998. Es verbinde sich mit einem neuen Soldatenideal, einem »Kämpferbild«.

junge welt vom 14.12.2004 - Bunte Bilder für den Neonazi-Wunschzettel

Rechte »Kalenderoffensive«: NPD beglückt »politischen Soldaten« mit allerlei geschichtsrevisionistischem Material Auf ihre spezielle Art bereitet die neofaschistische NPD ihre Anhänger, im militanten Sprachgebrauch auch »politische Soldaten« genannt, auf den anstehenden 60. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus vor. Der hauseigene Verlag Deutsche Stimme geht in einem mehrseitigen Farbdruck in die »Kalenderoffensive 2005« und bietet zur moralischen Aufrüstung seiner Klientel braungeistige Ideologie und jede Menge in Kalender- und Buchtitel verarbeitetes Propagandamaterial aus den Restbeständen der faschistischen Reichsschrifttumskammer und der Propagandakompanie der Wehrmacht.

derStandard.at: "Verschwörung" gegen Polen

Orlen-Affäre treibt neue Blüten: Verschwörungsvorwurf gegen Präsident Kwasniewski Die Korruptionsaffäre rund um den polnischen Ölkonzern PKN Orlen treibt immer neue Blüten. Jetzt beschuldigt ein rechtsradikaler Politiker Staatspräsident Aleksander Kwasniewski der Verschwörung gegen den polnischen Staat. Polens rechtsradikale Parteien lieben Verschwörungstheorien. Meistens kommen darin dunkle Mächte, Juden und Kommunisten vor. Gerne auch Freimaurer und Geheimdienstler. Diesmal hat Roman Giertych (33), Vorsitzender der rechtsradikalen Liga der katholischen Familien, eine "Verschwörung" aufgedeckt, die wohl Polens Staatsfeste erschüttern soll. "Man wollte den polnischen Ölsektor an russische Unternehmer verkaufen", empörte er sich am Dienstag vor den Fernsehkameras. Die nächsten Wahlen stehen bald an.

Berliner Morgenpost: Razzia gegen Rechtsextremisten

Polizei beschlagnahmt Propagandamittel und leitet 13 Strafverfahren ein Großeinsatz gegen die rechtsextremistische Szene: Die Polizei stieß in der Nacht zu gestern bei der Überprüfung eines Lokals an der Schnellerstraße in Treptow auf 64 Mitglieder verschiedener rechtsextremistischer Organisationen. Sie hatten dort gefeiert. Grund der Lokalüberprüfung war eigentlich der Verdacht des nicht genehmigten Getränkeausschanks gewesen. Mehr als 130 Polizisten stellten schließlich die Personalien der Gäste sicher. Sie sind in Gruppierungen wie "Berliner Alternative Süd-Ost", "Kameradschaft Tor", "Mädelgruppe Tor" und "Märkischer Heimschutzbund" organisiert. Der Verfassungsschutz hatte in den vergangenen Wochen über Erkenntnisse berichtet, wonach die rechtsextremistischen Organisationen inzwischen enger miteinander vernetzt seien als in der Vergangenheit. Nach der Razzia leitete die Polizei 13 Strafverfahren ein. Die meisten betreffen das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, weil einige Rechtsextremisten Kleidung mit dem verbotenen Label der Firma "Thor Steinar" trugen. Dieses sieht nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nationalsozialistischen Symbolen zum Verwechseln ähnlich.

Anne-Frank-Zentrum sieht Erstarken des Rechtsextremismus - Yahoo! Nachrichten

Die Aktivitäten von Rechtsextremisten in den Niederlanden haben in den letzten zwölf Monaten stark zusammengenommen. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht des Anne-Frank-Zentrums in Amsterdam hervor. Als besonders bedenklich werden die Gründungen neuer rassistischer Parteien sowie einschlägige Veröffentlichungen im Internet aufgeführt. Die Zahl rassistisch motivierter Übergriffe stieg laut der Studie allein im November auf die Rekordzahl von 174. siehe auch: Dutch facing extreme right-wing wave: report

derStandard.at: Italien: Rechtsextremer wegen Attentats auf Bahnhof in Bologna 1980 verurteilt

30 Jahre Haft für damals 17-jährigen Ciarvardini - Bei dem Attentat kamen 85 Personen ums Leben, 200 weitere wurden verletzt Der italienische Rechtsextremist Luigi Ciavardini ist wegen des Attentats auf dem Bahnhof von Bologna im August 1980 zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Ciavardini, der 1980 erst 17 Jahre alt war, wurde beschuldigt, den Sprengstoff besorgt zu haben, der für den Anschlag diente. Beim Attentat in Bologna kamen 85 Personen ums Leben, 200 weitere wurden verletzt. Ciavardini, Ex-Mitglied der rechtsextremistischen Organisation "Nuclei Armati Rivoluzionari" (NAR, Bewaffnete Revolutionäre Kerne), war erstinstanzlich freigesprochen worden. (...) Wegen des Anschlags auf dem Bahnhof von Bologna waren zuvor die extremistischen Terroristen Francesco Mambro und Giuseppe Valerio Fioravanti zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. (...) Verwicklungen in das Attentat waren auch dem ehemaligen Chef der verbotenen Freimaurerloge "P2" (Propaganda Due), Licio Gelli, vorgeworfen worden. Gelli, der als Schlüsselfigur in einem Netz von Intrigen gilt, war es jedoch stets gelungen, durch die Maschen der italienischen Justiz zu schlüpfen. Der P2 gehörten zahlreiche einflussreiche Geschäftsmänner und Politiker an, u.a. auch der damalige Bau- und Medienunternehmer und derzeitige Minitserpräsidetn Silvio Berlusconi.

NDR: Streit um Studie zur Naziszene in Ueckermünde - Yahoo! Nachrichten

In der am Oderhaff liegenden Kleinstadt Ueckermünde gibt es offenbar Streit um eine Studie über die Naziszene in der Kommune. Wie NDR 1 Radio MV am Freitag berichtete, wird das von der Kommune in Auftrag gegebene Papier nach dem Willen der Stadtvertreter nun unter Verschluss gehalten. Sie befürchten einen Imageschaden für die Tourismusregion und weisen die Darstellung als einseitig und überzogen zurück. (...) Die 11 000-Einwohner-Stadt Ueckermünde ist in den letzten Jahren immer wieder mit Aktivitäten verschiedener rechtsextremistischer Kameradschaften in die Schlagzeilen geraten. In der Studie soll laut NDR unter anderem festgestellt worden sein, dass es den Rechtsextremisten mit ihren Initiativen gelungen sei, in die bürgerlichen Gesellschaftsschichten vorzudringen. Der Szene gebe sich «als Wolf im Schafspelz», sagte der Autor der Studie, Christian Sell, dem Sender. Gruppierungen und Aktionen seien von außen nicht mehr als rechtsextrem zu erkennen.

Scotsman.com News - Party Denies Being Racist - But Promotes End to Immigration

High-profile arrests of members of the British National Party tonight threatened to overturn Nick Griffin’s attempts to portray his far-right party as a mainstream and legitimate political force in the UK. Father-of-four Mr Griffin took over as the chairman of the BNP in 1999 and set about trying to shift its image away from the National Front movement of the 1970s and its associations with open racism and violence. Impressed by the successes of the French National Front in the 1990s and then the Austrian Freedom Party, Mr Griffin set about attempting to make the party’s message acceptable to disillusioned sections of working-class Britain, especially in industrial towns and cities in the north of England. Mr Griffin’s BNP denies it is racist but promotes an end to immigration and the “voluntary resettlement” of immigrants already living here legally. The party website opens its policy section with the statement: “On current demographic trends, we, the native British people, will be an ethnic minority in our own country within sixty years.” But the BNP’s legion of critics say its membership today has changed little from the neo-Nazi core, led by National Front founder John Tyndall, which started it up in 1982.

News - FSB Probes Threat To Kill City's Governor

The Federal Security Service is investigating a death threat made to St. Petersburg Governor Valentina Matviyenko that was posted on the Internet by a nationalist party at the end of July, Fontanka.ru reported Saturday. The report cited Vladimir Gusev, first deputy head of the St. Petersburg branch of the FSB as its source. The threat was posted July 30 on a Fontanka.ru forum and attributed to the obscure Party of Liberty. It accused Matviyenko of conducting an "anti-Russian policy and colonizing our city with people of Caucasian and Asian origin," the report said. The FSB took into account that nationalist group Russian Republic had claimed responsibility for the assassination in June of Nikolai Girenko, an expert on nationalist and extremist issues, by posting its "death sentence" of Girenko on the Internet.

Berliner Morgenpost: Großeinsatz der Polizei gegen rechte Szene

Die Polizei übt weiter Druck auf die rechte Szene aus. Gestern durchsuchten die Beamten zwölf Objekte in Berlin sowie je eins in Sachsen-Anhalt und in Hennigsdorf (Oberhavel). Anlaß der Aktion war der Vertrieb von zwei CDs mit rechtsextremistischer Musik. Die Sicherheitsbehörden hatten Kenntnis davon erhalten, daß trotz des Verbots dreier Songs auf der CD "White covers to Landser" der Vertrieb nicht eingestellt worden sein soll. Zudem ermittelt die Polizei gegen die Produzenten der CD "Hier tobt der Bär", auf der rechtsextremistische Bands zu hören sind. Drei davon sollen gegen das Urheberrecht verstoßen. siehe auch: Großeinsatz der Polizei gegen rechte Musikszene, Neonazi-CDs beschlagnahmt. Einsatz der Berliner Polizei in Hennigsdorfer Geschäft, Hatz auf einen Polizeiführer. Michael Knape verfolgt Rechtsextremisten / Jetzt wollen sie vor seinem Haus demonstrieren / Großrazzia gegen CD-Hersteller, Nazitreff in Wedding ausgehoben

Esther Bejarano - Musik rettete ihr das Leben

Auschwitz: Die Jüdin überlebte zwei Konzentrationslager. Heute wird sie 80. Die schweren, staubigen Stiefel treten immer wieder zu. Bohren sich mit der harten Sohle in ihren jungen, ungeschützten Körper. Schmerz, Angst, die Sehnsucht nach der erlösenden Besinnungslosigkeit. Esther Bejarano erwacht. Langsam läßt das Hämmern in ihrer Brust nach. Sie liegt in ihrem Bett. Ist in ihrer Dreizimmerwohnung in Groß Borstel. Es war nur ein Alptraum. Ein Alptraum, der seinen Schrecken auch nach mehr als 60 Jahren nicht verloren hat. Esther Bejarano ist Jüdin. Sie wurde 1924 im saarländischen Saarlouis geboren. Sie war in Auschwitz. Heute wird sie 80 Jahre alt. "Daß ich diesen Tag erlebe, ist ein Wunder", sagt sie. "Mein Lebensretter war die Musik." Denn den Gaskammern der Nazis ist die damals 18jährige nur entronnen, weil sie in dem berüchtigten Auschwitz-Mädchenorchester spielte. Eine inhaftierte polnische Musiklehrerin gab ihr diese Chance. Mit dem Akkordeon begleitete sie fortan den letzten Gang der Todgeweihten. Lustige, muntere Lieder mußten ihre Finger spielen - Höllenqualen litt die Seele.

junge welt vom 15.12.2004 - Abstürzender Adler

Ein rechter Traditionsverein kümmert sich weiter um den Erhalt des Fallschirmjägerdenkmals von 1941 in Chania auf Kreta. Auf der Insel formiert sich Widerstand Die letzte Reise des »Freundeskreises zur Erhaltung eines Fallschirmjäger-Ehrenmals auf Kreta e.V.« war ein Schlag ins Wasser. »Schmierereien am Denkmal sowie eine Kampagne in der Lokalpresse« hätten den Aufenthalt auf der griechischen Mittelmeerinsel überschattet, berichten die beiden Vorstandsmitglieder Pfarrer Hermann Völck und Oberstleutnant a.D. Peter Lanzerath nach ihrer Rückkehr vor wenigen Wochen. Darüber hinaus habe der Präfekt der Provinz Chania, in der das marode deutsche Fallschirmjägerdenkmal von 1941 steht, die Unterstützer des Denkmals als rechtsradikal bezeichnet und »entsprechende Maßnahmen« gegen ihre Vertreter angedroht. Lokalparlament konsequent Das Nazidenkmal auf Kreta war über Jahrzehnte ein Ort rechter Gedenkfeiern und Traditionspflege. Handlungsmöglichkeiten für die zuständigen Behörden ergaben sich erst, nachdem ein Unwetter den »stürzenden Adler« mit Hakenkreuz in den Klauen vom Sockel befördert hatte und der langjährige Pachtvertrag für das Gelände im Oktober 2001 auslief. Seither blockieren Stadtverwaltung und Lokalparlament jedes Ansinnen, das Denkmal zu rekonstruieren oder an einem anderen Ort neu zu errichten. Der »Freundeskreis« will dennoch nicht lockerlassen. Mit Hilfe prominenter Unterstützer wie Max Schmeling, der angeblich »einen namhaften Betrag zur Rettung des Ehrenmals« gespendet hat, soll das Projekt politisch aus der Schmuddelecke geholt werden.

Bürger verlangen Aufklärung über zusätzliche NPD-Stimmen - Yahoo! Nachrichten

Nach den beiden zusätzlichen Stimmen für die rechtsextreme NPD bei der Wahl der Ausländerbeauftragten fordern Dresdner Bürger die Landtagsabgeordneten der anderen Parteien zur Offenlegung ihres Abstimmungsverhaltens auf. In einem offenen Brief verlangen unter anderem der katholische Pfarrer Frank Richter und der Schauspieler Friedrich Wilhelm Junge von den 112 Parlamentariern eine öffentliche Erklärung, ob sie bei der geheimen Wahl für den NPD-Kandidaten gestimmt haben, wie die «Dresdner Neuesten Nachrichten» (Mittwochausgabe) berichten.

Dienstag, Dezember 14, 2004

Gewalt und Rassismus alltäglich auf Fußball-Websites - Yahoo! Nachrichten

Die Fan-Websites von Fußball-Klubs sind ein Tummelplatz für rassistische Inhalte. Dies hat eine Studie des Deutschen Fußballbundes (DFB) http://www.dfb.de und der Deutschen Bundesliga (DFL) ergeben. Im Rahmen der Erhebung sollte den Top-Clubs geholfen werden, rassistisches und anderes diskriminierendes Material auf den Fan-Websites zu identifizieren. Gesucht wurde nach rassistischen und anti-semitischen Inhalten sowie nach Feindseligkeiten gegenüber Ausländern. Nach Gewalt-verherrlichendem und sexistischem Content wurde ebenfalls geforscht. Zwischen März und September 2003 wurden 339 Fan-Seiten von 63 Klubs untersucht. Bei 37 Prozent der Sites wurden laut Studie latent rassistischen Inhalte entdeckt. 26 Prozent würden laut Gewalt verherrlichen. Als größtes Problem erachten die Verfasser der Studie unkontrollierte Foren und Guestbooks.

Slomka will Rechtsextremisten mit konkreten Fragen bloßstellen - Yahoo! Nachrichten

Die ZDF-«heute journal»-Moderatorin Marietta Slomka hält nichts davon, Politiker rechtsextremer Parteien im Fernsehen zu ignorieren. «Sie nicht zu Wort kommen zu lassen, geht nicht», sagte Slomka der Programmzeitschrift «TV Today». Rechte Sprücheklopfer könnten am ehesten entlarvt werden, wenn man ihnen ganz konkrete Fragen stelle. «Dann kann man zum Beispiel feststellen, dass es sächsische NPD-Funktionäre gibt, die nicht wissen, wie hoch die Arbeitslosenquote in Sachsen ist», fügte sie hinzu.

Montag, Dezember 13, 2004

Marktplatz Oberbayern - Neonazis dürfen nicht in Innenstadt Breite Front gegen NPD-Aufmarsch

Rechtsextreme unterliegen vor Gericht - Kirchen: Nicht schweigen Das Landratsamt hat den für heute geplanten Aufmarsch Münchner Neonazis in Dorfen nicht verbieten können. Aus Sicherheitsgründen wurde der Demonstrationsantrag der rechtsextremen NPD nur unter strengen Auflagen genehmigt. Eine Kundgebung vor dem JZ und in der Altstadt wurde untersagt, rechtsradikale Symbole und Kennzeichen wie Reichskriegsflaggen, Springerstiefel und Bomberjacken wurden verboten.

Haaretz - Israel News - Nazi hackers close down Jewish Web site

Neo-Nazi hackers shut down the www.rabbi.ru Web site of the Union of Jewish Communities in Russia over the weekend. The site is part of Russia's largest Jewish Internet portal, www.jewish.ru. The hackers posted a large picture of Adolf Hitler on the site, with the caption: "If you came to this site, it's a sign you are dirty Jews."

Frankfurter Rundschau online: Ankunft im Alltag

Nach dem Einzug der NPD in Sachsens Landtag ist der Kampf gegen Rechte für den Polizisten Merbitz ein anderer Es war nur eine kleine Bombe. Zwei Rohre, knapp 15 Zentimeter lang, eineinhalb Zentimeter Durchmesser. Gefüllt mit einem Schwarzpulver ähnlichem Sprengstoff-Gemisch. In der Nacht zum 7. November, einem Sonntag, zündeten Unbekannte den Sprengsatz vor dem Haus des "Netzwerkes Demokratische Kultur" in Wurzen bei Leipzig. Viel ging nicht zu Bruch, nur das Sicherheitsglas der Frontscheibe des Hauses. Menschen kamen nicht zu Schaden. (...) Und es war Merbitz, der nach den Anschlägen von Hoyerswerda 1991 die bundesweit beachtete Sonderkommission Rechtsextremismus mit aufbaute und führte. Es gibt vermutlich keinen Polizisten in Sachsen, der die Neonaziszene besser kennt. Und wahrscheinlich keinen, der mehr gegen sie unternimmt. Nur ein Knall? "Das war eine völlig neue Qualität der Gewalt", sagt er. "Sehr professionell gebaut." So etwas sei noch nicht vorgekommen. Eine kleine Gruppe stecke dahinter, vermutet er.