Donnerstag, Juni 23, 2005

mz-web.de - Gewalt, nur weil es Spaß macht

Der Psychiater Andreas Marneros hat ein Buch über rechtsradikale Täter geschrieben Er kannte den Mörder. Andreas Marneros hatte ihn das erste Mal gesehen, als im halleschen Hochsicherheitstrakt der Mord an dem Mosambikaner Alberto Adriano verhandelt wurde. Und als zeitgleich der 23-jährige Demonstrant Axel vor dem Gerichtsgebäude in die TV-Kameras aus aller Welt skandierte, dass noch "viel mehr von diesen Negern" umgebracht werden müssten. Als Andreas Marneros Axel Jahre später zum zweiten Mal traf, war der Neonazi inzwischen selbst zum Mörder geworden. Gemeinsam mit einem Kumpan hatte er die junge Anna umgebracht, irgendwo am Hexentanzplatz. Es ging um Bier und Schnaps, um Musik und Sex. Letztlich ging es um Gewalt, nur weil es Spaß macht. (...) Die selben Täter, die den Wahldeutschen als absolute Autoritätsperson akzeptieren, spielen mit dem Kopf eines Mannes im Tunnelbahnhof von Halle-Neustadt quasi so lange "Fußball", bis er stirbt. Solche Täter sind es auch, die zu dritt fünf Stunden lang einen Elfjährigen in einem unsäglichen Martyrium misshandeln, weil der nicht schnell genug am Computer Platz gemacht hatte. Oder die sich, nachdem sie sich lange genug an der Musik von "Stahlgewitter" und "Fackelschein" aufgeputscht haben, aufmachen, den geistig Behinderten so lange zusammenzutreten, bis er den Verletzungen erliegt.

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