Freitag, Mai 21, 2004

Bnr.de - „Randgruppen“-Rechte

Neonazis vertreten sehr unterschiedliche Auffassungen, was Strategie und äußeres Erscheinungsbild anbelangt. Zwar meinen die Veranstalter des Neonazi-Aufmarschs zum 1. Mai in Berlin, das Aktionsbüro Norddeutschland und die NPD, die „große Gemeinschaftsdemonstration der Nationalen Opposition“ sei ein „großartiger Erfolg“ gewesen. Aber tatsächlich hat der „Tag der deutschen Arbeit“ zur Einheit aller Rechtsextremen von der NPD bis zu den „freien Nationalisten“ wenig beigetragen. Nicht nur, dass Neonazis rund um den chronischen NPD-Gegner Christian Worch, Lars Käppler von der Bewegung Deutsche Volksgemeinschaft (BDVG) und Jens Pakleppa, der unlängst im Zorn die Nationaldemokraten verlassen hatte, an jenem Tag in Leipzig mit einer weiteren Demonstration ihr eigenes Süppchen kochten – auch unter denen, die in Berlin aufmarschierten, ist es mit der Einheit nicht weit her. Immerhin 193 Organisationen und Parteigliederungen hatten die NPD und das Aktionsbüro Norddeutschland auf ihrer eigens zur Berlin-Demo eingerichteten Homepage in einer Unterstützerliste aufgeführt. Aber auch diese geballte Ladung verbaler Unterstützung brachte keinen nennenswerten Zuwachs an Demonstranten. Rund 2300 zählte die Polizei, nur wenig mehr als im Jahr zuvor. Einen Seitenhieb auf die Leipziger Konkurrenz, die sich den Namen „Initiative für Volksgemeinschaft & Sozialstaat“ gegeben hatte, können sich NPD und Aktionsbüro in ihrer Demo-Bilanz denn auch nicht verkneifen: „Wer glaubhaft für eine (Volks-)Gemeinschaft werben will, der muss zunächst mal selbst die innere Bereitschaft mitbringen, im Großen und Ganzen gemeinsam kämpfen zu wollen.“ Die gemeinsame Vorbereitung und Durchführung der Berliner Demonstration durch die NPD-Führung und „Freie“ jedenfalls werde „von der breiten Basis der Aktivisten unterstützt“.

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