Mittwoch, Mai 26, 2004

TAGBLATT.ch - Droht Gewalt, gibts keinen Vertrag

Zum ersten Mal wurde der Führungsstab des Bevölkerungsschutzes unter der Leitung von Hanspeter Strickler aktiv. Der glimpflich abgelaufene «Ernstfall» zeigte die Stärken des Konzepts auf. Herr Strickler, vor ein paar Tagen fand in Amriswil ein Treffen der Skinhead-Szene statt. Wann haben Sie davon erfahren, dass ein solches Treffen geplant ist? Hanspeter Strickler: Am Samstagmittag gegen 12 Uhr wurde Gemeindeammann Peter Kummer durch die Kantonspolizei darüber informiert, dass es Hinweise für ein geplantes rechtsradikales Treffen in Amriswil gebe. Beim angeblichen Rock-Konzert in der Festhütte handle es sich offenbar effektiv um ein Skin-Treffen. Peter Kummer bat mich als Chef des Ressorts Sicherheit deshalb, dieser Information weiter nachzugehen und ihn auf dem Laufenden zu halten. Wenn nötig, solle der Führungsstab des Bevölkerungsschutzes aufgeboten werden. Wieso hat die Information der Polizei dann dazu geführt, solche Massnahmen zu treffen? Strickler: Dies aufgrund einer Zusatzinformation der Polizei, wonach nicht nur ein Treffen der einheimischen Skin-Szene geplant sei. Vielmehr sei in Deutschland eine Skin-Veranstaltung abgesagt worden und die dortigen Vertreter der Szene seien von den Oberthurgauern eingeladen worden. Wir wissen, dass die deutschen Skins vielfach eine bedeutende Gewaltbereitschaft aufweisen, während die Zusammenkünfte der Ostschweizer Skins nach Angaben der Polizei in aller Regel friedlich verlaufen.

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