Donnerstag, Februar 16, 2006
Lichtwolf - Eine Welt ohne Holocaust
Erinnerung an das "angedachte" Woodstock der Revisionisten, Antisemiten und Israelhasser in Teheran.
Das beleidigte Geschrei über dänische Karikaturen und über die Proteste dagegen hat die Idee des iranischen Präsidenten Ahmadineschaad, den von ihm als Mythos bezeichneten Holocaust zum Thema einer Konferenz zu machen, ein wenig in Vergessenheit geraten lassen. Zur Erinnerung: Ahmadineschaad wollte (hauptsächlich wohl selbsternannte) Historiker in Teheran darüber debattieren lassen, ob und wie viele Juden von den Deutschen Mitte des letzten Jahrhunderts ermordet wurden. Ganz freimütig lud er den britischen Premier Tony Blair ein, dort auch seine ja anscheinend ganz entschiedene Meinung kundzutun, der im Gegenzug ausrichten ließ, er wolle gerne Ahmadineschaad bei einer Führung durch Auschwitz begleiten. Man wisse noch nicht, wann der Präsident dafür Zeit hat, hieß es darauf aus Ahmadineschaads Büro.
Er hat schließlich genug zu tun. Spiegel Online wusste Ende Januar von einer iranisch initiierten Kommission zur Untersuchung des Holocaust zu berichten. Falls sie "zu dem Ergebnis komme, dass das Nazi-Regime tatsächlich sechs Millionen Juden ermordet habe, müsse eine zweite multinationale Kommission sich eine entsprechende Bestrafung für die Deutschen überlegen.
Kleine Zeitung > Designer provoziert mit 'Nazi-Mode'
Mittelgescheitelte Models, Besucher mit roten Armbinden und weiße Hemden mit einem Emblem auf dem Kragen: Designer David Delfin will jedoch von einer Provokation nichts wissen. Als die ersten Modelle unter zackigen Trommelschlägen über den Laufsteg gingen, stockte einem Großteil der Besucher der Atem. David Delfin provozierte am Mittwochabend anlässlich der noch bis Freitag dauernden Madrider Designerdefilees Pasarela Cibeles mit einer Mode, die in Teilen an Militär-Uniformen erinnerte.
Publikum mit roten Armbinden. Bereits sein Publikum hatte der Spanier, der sein Label Davidelfin nennt, mit roten Armbinden ausstaffiert. Seine Models, Frauen und Männer, waren mittelgescheitelt. Sie trugen weiße Hemden mit einem Emblem auf dem Kragen, dazu schmale schwarze Krawatten sowie stramm sitzende Anzüge, Overalls und - die Frauen - knielange Röcke.
Großvater des Neonazi-Aktivisten Christian Worch war NSDAP-Kreisleiter in Karlsruhe (stattweb-News, 16.Februar 2006)
Bei der Eröffnung der Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ am 5.2.2006 im Luthersaal an der Lutherkirche gab es an der Stelle, als Janka Kluge an der Tafel 13 „Die Führer“ auf Christian Worch zu sprechen kam, einen überraschenden Zwischenruf eines Teilnehmers. Der Teilnehmer erklärte, dass Worchs Vater NSDAP-Kreisleiter in Karlsruhe war. Eine Überprüfung ergab, dass das tatsächlich auf Worchs Großvater zutrifft. (...) „Aus der historischen Distanz muß festgehalten werden, daß Willi Worch sich vor 1933 mit seinem Einsatz für die NSDAP als entschiedener Gegner der Demokratie betätigte, mit seiner Bereitschaft zur physischen Gewalt einer ihrer Totengräber auf der lokalen Ebene wurde. Nach 1933 förderte er durch seine Politik als Stadtrat und Kreisleiter massiv den nationalsozialistischen Antisemitismus und funktionierte so in seinem Wirkungsbereich - wie so viele andere - als willfähriger Wegbereiter des Holocausts. Der Versuch, sich in seinem Verfahren unter Hinweis auf die ärztliche Behandlung durch einen Juden 1932/33 und den Kauf von Benzin bei einer Nichtarierin »Alibijuden« zu verschaffen, war ein durchaus gängiges Verhaltensmuster. Es belegt in seiner Unverfrorenheit zugleich aber das Ausmaß der Verdrängung oder der Uneinsichtigkeit in die Verstrickung in das und die Mitverantwortung für das nationalsozialistische Menschheitsverbrechen.“
stimmt die VVN-BdA uneingeschränkt zu. Sie wird sich weiter mit den Wurzeln des Neofaschismus auseinandersetzen und fragt: Muss es nicht ein besonderer Reiz für den Neonazi-Enkel sein, wenn er mit seinen Kumpanen - wie schon mehrfach - in der Karlsruher Südstadt marschiert, für die sein Nazi-Großvater bereits vor der Machtübertragung NSDAP-Sektionsleiter war. Fakt ist jedenfalls: Beide haben nichts aus dem faschistischen Menschheitsverbrechen gelernt.
Ausstellung über Neofaschismus beendet: VVN-BdA Karlsruhe zieht erfolgreiche Besucherbilanz (stattweb-News, 16.Februar 2006)
Karlsruhe zieht erfolgreiche Besucherbilanz
Mit insgesamt 300 BesucherInnen und sieben Schulklassen, darunter zwei Zivildienstschulklassen, sowie Dutzender von interessanten Gesprächen zieht der Veranstalter - die VVN-Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) – für die Ausstellung, die heute Nachmittag an der Lutherkirche am Gottesauer Platz zu Ende ging, eine erfolgreiche Bilanz.
Herausragendes Thema bei den begleitenden Gesprächen war die Frage, welche Schlussfolgerungen die BesucherInnen persönlich aus den dargestellten Fakten ziehen. Eine häufig gezogene Schlussfolgerung: mehr als bisher für Demokratie, Frieden und Antifaschismus zu tun. Die VVN-BdA teilt mit, dass sie auch einen Beitritt zu verzeichnen hat.
Wie von VVN-BdA-Sprecherin Silvia Schulze bereits bei der Eröffnung der Ausstellung erklärt, ist diese vor allem deswegen von Bedeutung für die Aufklärung in Karlsruhe, weil fast alle Erscheinungsformen des Neofaschismus einschließlich der Grauzone zum ultrarechten Konservatismus auch hier zu finden sind. Als Beispiele für die Grauzone wurden in Erinnerung gerufen: „Freitagsgespräche“ mit neurechten Referenten im Haus der Heimat, Auftritt des „furchtbaren Juristen“ Filbinger (Nazi-Marinerichter mit Skandalurteilen gegen Deserteure) am Tag der Heimat, MdB Axel E. Fischer als Sympathisant des antisemitischen Hetzredners Martin Hohmann.
Stuttgarter Nachrichten online - Ministerien entrümpeln Verordnungen
Die Ordensträger aus dem Ersten Weltkrieg liegen seit Jahren im Grab. Das Gesetz, wonach ihnen ein monatlicher Ehrensold zusteht, gibt es dagegen immer noch. Damit soll nun Schluss sein: Die Bundesministerien entrümpeln ihre Gesetzesbestände, um überflüssige Bürokratie abzubauen.
Am Freitag will der Bundestag über die Streichliste des Justizministeriums entscheiden. Die Entwürfe des Innen-, Agrar- und Wirtschaftsministeriums hat das Parlament bereits gebilligt. Damit fiel der Startschuss, beim größten Kehraus seit 40 Jahren, mit dem hunderte veraltete Normen getilgt werden sollen. Experten genügt das Aufräumen jedoch nicht - sie wollen, dass Gesetze auf ihre Wirkung geprüft werden, bevor sie entstehen. Denn im Grunde werde jetzt ohne größere Nachwirkungen nur rausgeworfen, was ohnehin keinen Bestand mehr habe.
'Wir durchwühlen regelrecht den Bestand', beschreibt eine Sprecherin des Innenministeriums die Arbeit der Referate. Keine leichte Aufgabe, denn die Bundesrepublik hat ein Regelwerk von rund 5100 Gesetzen und Rechtsnormen mit 88 000 Einzelvorschriften. Viele stammen aus der Nazi-Zeit, andere gäben Kaiser Wilhelm II. noch Befugnisse. 'Man deckt da allerlei Mist auf, den heute keiner mehr braucht', sagt Frank Frick, Leiter des Projekts Agenda Moderne Regulierung bei der Bertelsmann Stiftung.
Poland: Official homophobia threatens human rights
As a new government in Poland brings to power officials with long records of opposing gay and lesbian rights, it is more important than ever for the country’s leadership to affirm all citizens’ equality, Human Rights Watch said today in a letter to Polish President Lech Kaczynski.
On January 18 the European Parliament, motivated by rising homophobia in Poland and other eastern European states, overwhelmingly passed a resolution calling on all EU member countries “firmly to condemn homophobic hate speech or incitement to hatred and violence.” “As mayor of Warsaw, President Kaczynski opposed the right of lesbian and gay people to basic freedoms and equal respect,” said Scott Long, director of the Lesbian, Gay, Bisexual, and Transgender Rights Program at Human Rights Watch. “As president, he will determine whether Poland protects rights or chips away at them. Europe is waiting for the answer.”
In 2004 and 2005, while mayor of Warsaw, Kaczynski banned gay pride parades planned for the city, accusing them of “propagating gay orientation.” He refused to meet with the parade organizers, saying, "I am not willing to meet perverts." When marchers defied the ban and peacefully demonstrated in 2004, skinheads associated with the far-right All-Polish Youth violently attacked them. Kaczynski condemned police for interfering with the skinheads, but not the marchers.
TheDenverChannel.com - Fliers Mocking Blacks Distributed At CSU
Arkansas Hate Group Claims Responsibility
Racist fliers from an Arkansas-based hate group were distributed on the campus of Colorado State University over the past several days but officials said there is no indication that any students were involved. The fliers were left on cars in parking lots and indicated they were from a neo-Nazi group called White Revolution.
The fliers mocked Black History Month, but didn't contain any threats against blacks. Two different versions of the fliers also contained photos of black celebrities such as Kobe Bryant, O.J. Simpson, Michael Jackson and former Washington, D.C., mayor Marion Barry and called them criminals.
BBC NEWS | Europe | Irving tests Europe's free speech
The reputation of David Irving, the Holocaust-denying historian, was shattered at a libel trial six years ago, to the delight of those disgusted by his revisionism. But as Europe proudly flexes its freedom of speech credentials in the ongoing row over cartoons of the Prophet Muhammad, even some of his enemies are uneasy that he now faces up to 10 years in an Austrian jail for his unpalatable historical views. (...) The Briton had brought a libel case against American academic Deborah Lipstadt, who in her book, Denying the Holocaust: The Growing Assault on Truth and Memory, branded Mr Irving "one of the most prominent and dangerous Holocaust deniers". Arguing that Professor Lipstadt and others were out to silence him by ruining his professional reputation, Mr Irving mounted his own defence, surrounded by a mountain of material.
Burrowing through his papers and cross-examining witnesses, he argued that while the Nazis may have killed up to four million people, there was no systematic annihilation involving gas chambers.
Ynetnews - News - Iran envoy to Portugal questions Holocaust
Iran’s ambassador to Portugal tells Portuguese radio it would have taken Nazis 15 years to burn corpses of 6 million people
Iran’s ambassador to Portugal told a Portuguese radio interviewer it would have taken the Nazis 15 years to burn the corpses of 6 million people, a remark reflecting the denials of the Holocaust made by his president. “When I was ambassador in Warsaw, I visited Auschwitz and Birkenau twice and made my calculations,” Ambassador Mohammed Taheri said in an interview with Portuguese state radio RTP on Tuesday. “To incinerate 6 million people, 15 years would be necessary,” he said.
The Jewish Exponent - A Picture of Hate: Graphic Anti-Semitism in Muslim Media
The phenomenon of demonizing Israel and the Jews through cartoons in the Arab press is neither new nor recent. It has been part and parcel of its mode of editorial conduct since the establishment of the Jewish state more than 57 years ago. Indeed, reviewing many Arabic-language publications over the years, one cannot escape the conclusion that caricatures have always been perceived by Arab regimes - which own or control the media outlets of their countries - as a legitimate tool that need not and should not be restrained or refined in the no-holds-barred fight against Israel.
Anyone entertaining the notion that the demonization of Israel and the Jews is a thing of the past need only look at recent publications in the Arab press. Daily, weekly and monthly papers, periodicals and magazines are loaded with cartoons containing the worst kind of anti-Semitic content.
Nazi-Vergleich sorgt für Tumulte im Gericht
Auch der zweite Verhandlungstag im Prozess gegen den Holocaust-Leugner Ernst Zündel begann mit einem Eklat: Nachdem in der vergangenen Woche Männer aus dem Publikum die erste Strophe des Deutschlandliedes sangen, verglich ein Zuschauer das Gericht heute mit der Nazi-Justiz. Ein Zuschauer im Verhandlungssaal des Landgerichts Mannheim beschimpfte Richter Ulrich Meinerzhagen und nannte ihn "Freisler". Während des NS-Regimes hatte Roland Freisler als Präsident des Volksgerichtshofs viele Todesurteile gefällt. Gegen den Zuschauer wurden vier Tage Ordnungshaft verhängt. Zuvor waren gegen drei Zuschauer Ordnungsgeld angeordnet worden, weil sie am ersten Verhandlungstag Teile der ersten Strophe des Deutschland-Liedes gesungen hatten.
Die Verteidigung warf dem Richter einen "unbändigen Hass gegen alles Deutsche" vor. Der frühere NPD-Anwalt Horst Mahler, der als Zuschauer teilnahm, bezahlte das Ordnungsgeld für einen der Sympathisanten.
siehe auch: Vergleich mit Nazi-Justiz sorgt für Eklat. Ein Vergleich mit der Nazi-Justiz hat im Prozeß gegen den Holocaust-Leugner Ernst Zündel zu Tumulten geführt. Der Vorsitzende Richter schickte einen Zuschauer für vier Tage in Ordnungshaft, weil dieser ihn mit dem Namen "Freisler" beschimpft hatte, Zuschauer beschimpft Vorsitzenden als Nazi-Richter. Zuschauer singen die erste Strophe des Deutschlandliedes, ziehen Vergleiche mit der NS-Zeit. Im Prozess gegen den Holocaust-Leugner Ernst Zündel kommt es immer wieder zum Eklat, doch die Richter greifen hart durch, Eklat im Zündel-Prozess - Richter mit Nazi verglichen. Im Prozess gegen den Holocaust Leugner Ernst Zündel hat ein Zuschauer den Richter beleidigt. Es kam zu Tumulten (...) Gegen drei weitere Männer aus dem Publikum verhängte der Richter Ordnungsgelder. Nach dem Prozessauftakt am vergangenen Donnerstag hatten sie noch im Gerichtssaal die erste Strophe des Deutschlandsliedes gesungen. Die Verteidigung warf dem Richter einen „unbändigen Hass gegen alles Deutsche“ vor. Der frühere NPD-Anwalt Horst Mahler, der als Zuschauer teilnahm, bezahlte das Ordnungsgeld für einen der Sympathisanten
Verbal sparring slows German trial for Zundel on Holocaust-denial charges
The trial of Holocaust-denier Ernst Zundel, who was deported from Canada to face charges in Germany, bogged down Wednesday amid sharp exchanges between the presiding judge and a defence lawyer. Prosecutors accuse Zundel, 66, of years of anti-Semitic activities, including repeated denials of the Holocaust - a crime in his native Germany - in documents and on the Internet. He faces up to five years in prison if convicted.
Judge Ulrich Meinerzhagen accused defence lawyer Sylvia Stolz of "sabotaging" one of the biggest trials of its kind in postwar Germany with a stream of motions, objections and interruptions; Verbal sparring slows German trial for Zundel on Holocaust-denial charges. The trial of Holocaust-denier Ernst Zundel, who was deported from Canada to face charges in Germany, bogged down Wednesday amid sharp exchanges between the presiding judge and a defence lawyer, Zundel trial resumes. The trial of Holocaust-denier Ernst Zundel, who was deported from Canada to face charges in Germany, resumed Wednesday with the judge rejecting defence motions seeking his removal for alleged bias. Judge Ulrich Meinerzhagen rejected the three motions, filed last week, citing another court's ruling that found there was no reason to doubt his neutrality, Trial resumes for German extradited from Canada on Holocaust-denial charges. The trial of Holocaust-denier Ernst Zundel, who was deported from Canada to face charges in Germany, resumed Wednesday with the judge rejecting defence motions seeking his removal for alleged bias
sowie ältere Artikel im Archiv
Telegraph | News | Irving says he has no choice but to admit charges of Holocaust denial
David Irving, the British revisionist historian, revealed last night that he would plead guilty to charges of Holocaust denial when he appeared in a Vienna court next week.
Mr Irving, 67, who has been held in an Austrian prison since last November, said he did not consider himself to be a Holocaust denier but had no choice but plead "guilty as charged". "Under the law I've got no alternative," he told the television channel More4 News.
But he added: "I deny that I'm a Holocaust denier. This is a filthy smear." The charges date back to 1989, when the Right-wing author of books such as Hitler's War gave speeches in Vienna and Leoben in which he disputed the existence of the gas chambers in Nazi concentration camps.
Mittwoch, Februar 15, 2006
nachrichten.at: Terroristen sind nicht verrückt: In jedem schlummert ein Attentäter
Selbstmordattentäter sind keine Gottesfanatiker. Terroristen sind nicht verrückt. Sie haben in aller Regel eine normale Jugend. Sie stammen aus der Mittelschicht oder sogar höheren Schichten. Vom Durchschnitt unterscheiden sie sich durch eine bessere Ausbildung. Zu diesen Schlüssen kommen Roel Meertens, Bertjan Doosje und Yvonne Prins. Die drei Psychologen der Universität Amsterdam haben eine in den Niederlanden vieldiskutierte Studie herausgegeben mit dem Titel 'In jedem steckt ein Terrorist'.
Aus der Sicht der drei Psychologen entscheidet die Gruppendynamik, ob jemand ein Terrorist wird. Die islamistische Ideologie allein spielt keine zentrale Rolle. Wichtig sei der Gruppenprozess, der einen Menschen zu extremen Taten führt. Die Radikalisierung erfolgt in mehreren Etappen. Am Anfang haben die Betroffenen oft das Gefühl, dass ihnen Unrecht angetan worden sei. Prins verweist auf den Streit um die dänischen Mohammed-Karikaturen: Viele Muslime fühlen sich in ihrer Ehre verletzt.
Erfolg für AntifaschistInnen: NPD scheitert in Freiburg an 150 UnterstützerInnen-Unterschriften (stattweb-News, 14.Februar 2006)
'Auch so mancher, der zuvor erhebliche Vorbehalte gegenüber den 'Nazis' hatte, verließ nach einem Gespräch zumindest sichtlich nachdenklich unsere Stände' schreibt der Vorstand der örtlichen NPD. Sehr nachdenklich dürfte derzeit auch Andreas Storr, ehemaliger Berliner NPD-Führer, sein. Zuerst wurde er von den eigenen 'Kameraden' am Gundelfinger Marktplatz allein zurückgelassen als der nationale Infotisch überstürzt abgebrochen werden musste. Dann erwiesen sich die Freiburger Kameraden auch noch als von der Aufgabe überfordert, die für eine Teilnahme an den Landtagswahlen nötigen 150 Unterstützungsunterschriften pro Wahlkreis zu sammeln.
Volksstimme.de: Acht Jahre Gefängnis wegen brutalen Überfalls mit rechtsradikalem Motiv
Urteilsspruch gegen Nico K. nach Angriff auf 16-J ährigen bei Zerbster Heimatfest
Vor dem Landgericht Dessau wurde gestern der 28-jährige Nico K. aus Roßlau zu acht Jahren Gefängnis wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. Er hatte im Juli 2005 auf dem Zerbster Heimatfest einem 16-J ährigen ein Bierglas ins Gesicht gestoßen und ihn gezwungen, sein T-Shirt " Gegen Nazis " auszuziehen. Das Opfer ist auf dem rechten Auge erblindet. (...) Zeugen hatten ausgesagt, dass der Angeklagte auf seinem Körper Tätowierungen neonazistischer Zeichen hat und dass es davon Fotos gibt. Nico K. selber sagte aus, sich während seines vierjährigen Gefängnisaufenthaltes von der rechten Szene abgewandt zu haben. Früher sei er mit zu Konzerten gefahren. Er habe bei den Rechten Zuwendung und Anerkennung gefühlt. " Aber die sind nur Kumpels, wenn man draußen ist.
TP: Späte Enthüllungen
An der Aufklärung über Arisierungen ist man in Deutschland noch immer nicht sonderlich interessiert
Auf 10 Milliarden Reichsmark, so eine Schätzung der nationalsozialistischen Behörden kurz nach der Machtübernahme, sei das Vermögen der deutschen Juden zu beziffern. Wenn es gelänge, sich dieser Summe zu bemächtigen, befördere das die deutsche Sache ganz ungemein. Der Raubzug wurde 1936 beschlossen, organisiert aber wurde er nicht etwa von SA- und SS-Horden, sondern vom alten Beamtenapparat in den Finanz- und Devisenbehörden.
Bis heute hat die Geschichtswissenschaft die Schätzung von den 10 Milliarden nicht eindeutig bestätigen können – die Zahl liege eher zu niedrig, lauten die Vermutungen, denn nach 1935, mit den Nürnberger Rassegesetzen, habe das Regime die Definition dessen, was jüdisch sei, erheblich erweitert. Und den Raub des Vermögens der europäischen Juden hatten die Nazis 1933 ja überhaupt noch nicht im Blick.
Dass der Kenntnisstand von den Arisierungen 61 Jahre nach Kriegsende immer noch bruchstückhaft ist, verdankt die Nachwelt dem Umstand, dass dieser Raubzug nahezu mit beiläufiger Selbstverständlichkeit abgewickelt wurde und dass in einem bis heute kaum realisierten Umfang Hunderttausende 'Volksgenossen' davon profitierten. Das Interesse an der Aufdeckung dieses Verbrechens kollidiert mit dem Interesse am Verschweigen – zu viele Deutschen aus allen Schichten und Klassen waren seine Nutznießer.
Wie jüdisches Eigentums in "arische" Hände übertragen wurde, zeigt eine Ausstellung, die noch bis Mitte Februar in Köln Station macht. Wolfgang Dreßen von der Fachhochschule Düsseldorf hat in den 90er Jahren mit seinem Team die Akten der Oberfinanzdirektionen Düsseldorf und Köln ausgewertet und einige Dutzend von ihnen zu einer Ausstellung zusammengefügt; ihr Titel "Aktion 3 – Wie Deutsche ihre jüdischen Nachbarn verwerteten". Hinter Glasrahmen legen sie Zeugnis ab von der Schnörkellosigkeit und Beiläufigkeit der Enteignung.
Jungle World ··· 7/2006 Antifa ··· Der engagierte Nazi
Sie tummeln sich in Sport- und Schützenvereinen und in Bürgerinitiativen. Mit dieser Strategie könnten es die Rechtsextremisten in Mecklenburg- Vorpommern sogar in den Landtag schaffen:
Von der Arbeitslosigkeit über das »Gammelfleisch« bis hin zu langen Schulwegen – alles interessiert die NPD in Mecklenburg-Vorpommern. Auf ihrem Landesparteitag in Greifswald bereitete sie sich in der vorvergangenen Woche auf den Landtagswahlkampf vor, den sie vor allem mit regionalen Themen bestreiten will. In den Städten und Gemeinden wollen sich die Parteimitglieder weiterhin in Bürgerinitiativen, Trachten- und Sportvereine einbringen. Das Ziel ist am 17. September der Einzug ins Landesparlament. »Sieben Prozent plus X«, verspricht der Landesvorsitzende, Stefan Köster, seinen Anhängern. Selten waren sich Initiativen, der Verfassungsschutz und Wissenschaftler so einig. »Die Rechten sind in bestimmten Regionen fest verankert«, sagt Mike Hartwig von der Landesweiten Opferberatung für Betroffene rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern (Lobbi). Der Innenminister Gottfried Timm (SPD) hebt hervor, dass die NPD an »Seriosität« gewinne. Die neonazistische Partei könnte mit einer »Legal-Strategie« erfolgreich sein, betont der Greifswalder Rechtsextremismusforscher Hubertus Buchstein.
Ein seriöses Auftreten, legales Handeln und kommunale Verankerung gehören seit Monaten zur Strategie der NPD und der »Freien Kameradschaften«. Buchstein warnt aber zugleich: Wenn alle vom Einzug der NPD redeten, könne das wie eine »sich selbst erfüllende Prophezeiung« wirken. (...)
Längere Diskussionen über die Kandidaturen sollen nur Thomas Wulff und Köster ausgelöst haben. Köster sollte nicht antreten, da noch eine Gerichtsverhandlung wegen Körperverletzung gegen ihn ansteht. Da die Deutsche Volksunion (DVU) auf ihre Plätze, die ihr wegen der Wahlabsprachen zugesichert waren, verzichtete, kandidierte er dennoch. Ohne Erfolg blieb hingegen Wulffs Bemühung um einen Listenplatz. Das überraschte nicht nur ihn, den Anführer der »Freien Kameradschaften« und Bundessekretär der NPD. Denn gerade in den vergangenen Monaten traten etliche Kameradschaftler in die Partei in Mecklenburg-Vorpommern ein, so dass sie von etwa 100 auf über 200 Mitglieder anwuchs. (...) Das Ausmaß der Zusammenarbeit der Partei mit den Kameradschaften offenbart, auch ohne Wulff, die Landesliste: Platz zwei nimmt Tino Müller ein, Platz fünf Birger Lüssow, der in Rostock die Szene mitlenkt. Enrico Hamisch vom »Sozialen und Nationalen Bündnis Pommern« belegt Platz zehn, David Petereit, der das Neonazi-Heft Der Weiße Wolf mitgestaltet, Platz 13 und Ricardo Kaster, der Leiter des »Heimatbundes Pommern«, Platz 15.
siehe auch: Schläger auf Landtagsliste. NPD rechnet mit Einzug in Parlament von Mecklenburg-Vorpommern. Militante »Kameradschafter« aufgestellt. Antifaschisten kritisieren Parteien (...) Mit der Kandidatur des NPD-Landesvorsitzenden Stefan Köster ist auch das gewaltbereite Spektrum auf Platz vier der Landesliste vertreten. »Taten statt Worte ist sein Motto«, heißt es auf der Homepage zu Köster. Was der Neofaschist darunter versteht, zeigte er bereits am Rande einer NPD-Veranstaltung im schleswig-holsteinischen Wahlkampf am 4. Dezember 2004 in Steinburg bei Itzehoe. Nach Auseinandersetzungen mit antifaschistischen Gegendemonstranten verfolgten NPD-Funktionäre junge Antifaschisten und schlugen auf diese ein. Wie Die Zeit berichtete, war auch Stefan Köster zu sehen, der auf eine am Boden liegende Frau eingetreten haben soll.
Jungle World ··· 7/2006 Inland ··· Dialog im Psychokrieg
Während die Bundesregierung wegen des Karikaturenstreits das Gespräch mit den Moslems vertiefen will, glauben viele Linke an eine Kampagne, die einen Angriff auf den Iran vorbereiten soll
Der Begriff dieser Tage lautet zweifellos »Dialog«. Er soll geführt werden, koste es, was es wolle. Die Angst, dass es auch in Deutschland zu gewalttätigen Protesten wegen der dänischen Mohammed-Karikaturen kommen und die ganze Multikultur oder, je nach Sicht der Dinge, »Parallelgesellschaft« den Indigenen hierzulande außer Kontrolle geraten könnte, war in der vorigen Woche allenthalben spürbar. Um guten Willen zu beweisen, wurde eigens eine Bundestagsdebatte zum Thema angesetzt, zu der man die Vertreter islamischer Verbände als Zuhörer einlud. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein türkischer Amtskollege Abdullah Gül riefen in einer gemeinsamen Erklärung, die von der Bild-Zeitung und der türkischen Hürriyet am Samstag veröffentlicht wurde, Christen und Muslime zu Respekt und zu Toleranz auf.
Aber das Wort Dialog ist schnell dahingesagt. Worüber gesprochen werden soll, ist auch in der Debatte am Freitag nicht klar geworden. Geht es um einen »Islam-Dialog«, wie die Parteivorsitzende der Grünen, Claudia Roth, es ausdrückt? Oder um den »Dialog der Kulturen«, wie die meisten Rednerinnen und Redner es formulierten? Erlebt die »Leitkultur« eine Renaissance? Schwebt manchen Politikern der »kritische« bzw. »konstruktive Dialog« vor, den Deutschland bereits seit einigen Jahren mit dem Iran führt, mit den bekannten Ergebnissen? Oder soll es gar ein sokratischer Dialog werden? Dieser beginnt mit der Selbsterkenntnis und führt zu der Einsicht, dass man nichts weiß.Manche Zeitgenossen hierzulande haben genau betrachtet keinen Bedarf an einem Zwiegespräch, schon gar nicht an einem sokratischen. Sie zeigen auch ohne »Dialog der Kulturen« ein umfassendes Verständnis für die brandschatzenden, von den Karikaturen zutiefst beleidigten Bilderstürmer und verbreiten ein Weltbild, in dem es von Schurken nur so wimmelt, die hinter den Kulissen agieren, um den Weltfrieden zu zerstören.
Eine beliebte Theorie lautet, die Karikaturen, die von der dänischen Zeitung Jyllands-Posten im vergangenen Herbst veröffentlicht wurden, hätten keinem anderen Zweck gedient, als die Muslime in aller Welt zu provozieren, sodass diese gar nicht anders konnten, als Gewalt anzuwenden. Das Bild, das die Muslime, dank dieser Provokation, von sich abgeben würden, sollte dann dazu herhalten, das »Feindbild Islam« zu verstärken, um am Ende einen Angriffskrieg gegen den Iran zu rechtfertigen. Oder so ähnlich.
The Jewish Advocate | ADL reports on skinhead increase in United States
Internet seen as a leading contributor to recent rise
Widespread Internet access has caused a significant increase in racist skinhead activity across the United States, according to a new report released this week by the Anti-Defamation League. While the report found that racist skinhead activity has made a comeback all across the country, it identified several regions with particularly active groups, including New England. “We need to be vigilant and we need to be alert that these groups do exist and they exist in our area,” said Robert Trestan, civil rights director of the ADL New England region.
siehe auch: ADL Reports Resurgence of Racist Skinheads in U.S. and Launches New Online Racist Skinhead Project
Black information Link: Anthony Walker's sister steps up campaign against BNP
THE SISTER of murdered Merseyside teenager Anthony Walker is due to denounce the British National Party at an anti-fascist conference this Saturday.
Dominique Walker will join a host of politicians and community leaders at an event aimed at halting the rise of the extreme right in British politics. Anti-racist campaigners are alarmed at the growth of the BNP who won four times as many votes at last years general election compared to 2001. An expanding coalition of trades unions, faith leaders and entertainers are determined to stop the neo-Nazi outfit making a breakthrough at the local elections on 4th May.
MOBO award-winning grime star Lethal Bizzle is due to take part in the Love Music, Hate Racism (LMHR) conference this Saturday. He said: 'The LMHR conference is a very strong influential cause to be involved in, it gives people like me a voice to talk about serious issues.
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