Montag, Dezember 05, 2005
Antisemitisches Wochenende im Burschenschaftshaus
Antisemitisches Wochenende im Burschenschaftshaus
"Kapitalismus – Kritik und Alternative" lautete der unverfängliche Titel einer "Ideenwerkstatt" der Burschenschaft "Normannia Nibelungen". Die geladenen Referenten sind allesamt bekannt im mehr oder weniger extrem rechten Milieu. Einladungen für die Veranstaltungen wurden in der Universität Bielefeld verteilt. Offensichtlich sollte das Wochenende auch der Gewinnung neuer Mitglieder dienen, denn rund um die Referate besteht bei der „Normannia Nibelungen“ reichlich Gelegenheit zum Alkoholkonsum. (...)
Anstösse dazu sollen drei Referenten geben, die mehr oder weniger zum extrem rechten Spektrum zählen.
* Prof. Jenetzky ist Vorsitzender des Deutschen Freiwirtschaftsverbandes, der die Lehre von Silvio Gesell vertritt. Der von Gesell konzipierte „dritte Weg“ zwischen Kapitalismus und Kommunismus hat den NS-Ideologen Gottfried Feder stark beeinflusst und die NSDAP-Parole von der „Brechung der Zinsknechtschaft“ geprägt, die sich gegen das vermeintlich „jüdische Finanzkapital“ richtete. (...)
* Ähnliche Ansätze vertritt der Leiter des Mittelstandsinstituts Niedersachen, Prof. Eberhard Hamer. Der rechtslastige Professor war in der rechtspopulistischen und mittlerweile wieder aufgelösten FDP-Abspaltung „Bund freier Bürger“ aktiv und Autor bzw. Interviewpartner in der extrem rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und dem „Ostpreusenblatt“.
* Über das Thema „Kapitalismus im Lichte von Verschwörungstheorien“ soll Dr. Rogalla von Bieberstein sprechen, der als ehemaliger Chefbibliothekar im Bereich Sozilologie der Universität Bielefeld angekündigt wird. Bieberstein ist Verfasser des Buches „Jüdischer Bolschewismus – Mythos und Realität“ aus dem extrem rechten „Verlag Edition Antaios“. Bekannt wurde der Autor, weil der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann sich in seiner Skandalrede auf die Thesen des Bibliothekars bezog.
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