Montag, Dezember 05, 2005

Berliner Zeitung: Brandenburg - Neues Angriffsziel: Polizisten

Die rechte Szene in Königs Wusterhausen reagiert auf Verfolgungsdruck Es war der Abend des 31. Oktober. Halloween - auch in Königs Wusterhausen. Und so wunderte sich der junge Beamte der Polizei-Spezialeinheit Tomeg (Täterorientierte Maßnahmen gegen extremistische Gewalt) des Schutzbereichs Dahme-Spreewald nicht, als es vor seiner Haustür knallte. Ein Böller hatte den Briefkasten zerstört. 'Der Kollege dachte noch an groben Unfug', sagt Polizeisprecher Peter Salender in Frankfurt (Oder) am Freitag. Doch eine Stunde später ging das vor der Tür geparkte Privatauto des Ermittlers in Flammen auf. Die Täter hatten eine Scheibe des Wagens zertrümmert und einen Brandsatz ins Fahrzeug geschleudert. Dass es sich um einen Racheakt handeln würde, war einen Tag später klar. Die Polizei nahm vier Tatverdächtige fest, die beim Benzinabfüllen an einer Tankstelle gefilmt worden waren. Sie sind der Polizei einschlägig bekannt, 15, 16, 17 und 24 Jahre alt und dem rechtsextremen Spektrum in Königs Wusterhausen zuzurechnen - und damit der Klientel, mit der sich die Tomeg-Beamten befassen müssen. Der jüngste Tatverdächtige kam in ein Heim. Gegen die anderen Beschuldigten wurden Haftbefehle beantragt. Doch nur der 24-Jährige kam in Haft. Der Mann, der in der rechtsextremen Szene der Stadt nur wenig in Erscheinung trat, gilt als der Rädelsführer. Bei den 16 und 17 Jahre alten Tatverdächtigen wurden die Haftbefehle außer Vollzug gesetzt. 'Es ist das erste Mal, dass auf so eine Weise ein Polizist angegriffen wurde', sagt Salender. Aus Sorge um die Sicherheit des Mannes, seiner Frau sowie der kleinen Tochter wurde der Beamte auf eine Stelle 'in größerer Entfernung' versetzt. Die Familie zog zudem aus Königs Wusterhausen weg.

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