Montag, Dezember 05, 2005

junge welt vom 03.12.2005 - Die Folterer sind unter uns

Mißhandlungen und Menschenrechtsverstöße gehören zum Instrumentarium der US-Politik, auch wenn sie von anderen Staaten in Washingtons Auftrag praktiziert werden Zahlreiche Berichte über geheime US-Gefängnisse in osteuropäischen Ländern sind in den letzten Wochen erschienen. Diese Nachrichten folgten auf die Folterberichte aus Lagern wie der US-Marinebasis in Guantánamo, dem US-Luftwaffenstützpunkt Bagram in Afghanistan, der US-Militärbasis Diego Garcia im Indischen Ozean und natürlich dem Abu-Ghraib-Gefängnis in Irak. Die Vorkommnisse zeigen, daß Folter ein elementarer Bestandteil des von der US-Regierung erklärten »Krieges gegen den Terror« ist. Was diese Situation so bemerkenswert macht, ist die roboterhafte Antwort von Präsident George W. Bush auf die Frage, so bei einer der jüngsten Pressekonferenzen, ob die USA für Folter verantwortlich sind. Bush: »Wir foltern nicht.« Unweigerlich provoziert seine Antwort die nächste Frage, wen er denn mit »wir« meint. Denn bestimmt schließt Bush in dieses »Wir« nicht jene in US-Uniformen und Zivilkleidung agierenden Soldatinnen und Soldaten ein, von denen wir Fotos zu sehen bekamen, die beweisen, wie sie in Abu Ghraib wehrlose nackte Menschen geschlagen, getreten, Hunde auf sie gehetzt und eine unbekannte Zahl von ihnen auch getötet haben.

Keine Kommentare: