Donnerstag, Juli 07, 2005
Bieler Tagblatt: Geburtstagsparty im braunen Sumpf
Das Skinhead-Treffen vom Wochenende war nicht zu verhindern. Darin sind sich die Gemeinde Lyss und die Kantonspolizei Bern einig.
Die Nachricht hat in Lyss für einige Reaktionen gesorgt. Am Wochenende führten mindestens 250 Rechtsradikale im Schützenhaus «Winigraben» ein Konzert durch. Pikant ist, dass das Schützenhaus der Gemeinde Lyss gehört. Betrieben wird der Betrieb auf dem Boden der Gemeinde Grossaffoltern aber vom Schützenverein, welcher es auch den Rechtsextremen vermietete. «Es war unmöglich, den Mieter als Rechtsradikalen zu erkennen», verteidigt der im Lysser Gemeinderat für die Sicherheit zuständige Andreas Hegg die Schützen. Der Mann habe das Treffen im Voraus als Geburtstagsparty mit rund 50 Gästen und einem Zelt zum Übernachten deklariert. «Das ist eine übliche Vorgehensweise», sagt Olivier Cochet, Mediensprecher der Berner Kantonspolizei.
Last-Minute-Informationen
Am Ende sah das Fest ganz anders aus. Aus der Party war ein Konzert geworden, und die Zahl der Gäste hatte sich plötzlich verfünffacht. Die Polizei informierte die Gemeinde am Samstagnachmittag. Sie selber war beim «Winigraben» und führte Personenkontrollen durch, wobei sie auch auf alte Bekannte stiess. Verbotene Gegenstände wie Waffen oder Propagandaschriften fand die Polizei keine. Die Szene wüsse genau, dass sie überwacht und kontrolliert werde. «Es ist für uns daher sehr schwierig zu erfahren, wann und wo die Treffen stattfinden», sagt Cochet. Die Rechtsextremen würden sich erst im letzten Moment gegenseitig per SMS oder Natel-Easy informieren. Wie die Polizei zu den Informationen gelangt, wollte Cochet nicht verraten.
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